20. Februar 2006, 18:41 Uhr

Kollegen

Hoenig erwirkt Gegendarstellung zu Lauterbachs Memoiren

Die Lebensbeichte von Schauspieler Heiner Lauterbach hat seinen Kollege und Kumpel Heinz Hoenig auf den Plan gerufen. Der geht gegen eine Passage vor, in der er im Zusammenhang mit einem Trinkgelage auftaucht. Die "Bild"-Zeitung, die Auszüge druckte, muss nun eine Gegendarstellung veröffentlichen.

Berlin - Die Schilderungen von Schauspieler Heiner Lauterbach in seiner Autobiografie "Nichts ausgelassen" haben rechtliche Konsequenzen. Lauterbachs enger Freund und Kollege Heinz Hoenig hat per einstweiliger Verfügung vor dem Berliner Landgericht eine Gegendarstellung in der "Bild"-Zeitung erwirkt, sagte eine Sprecherin des Gerichts heute. Die Zeitung hatte Passagen aus dem Buch abgedruckt, in dem Hoenig namentlich im Zusammenhang mit einem Alkoholgelage genannt war. "Wir prüfen das jetzt", sagte ein "Bild"-Sprecher zu dem Gerichtsbeschluss. Näher wollte er den Fall nicht kommentieren.

Kollegen Heinz Hoenig und Heiner Lauterbach, mit Jenny Elvers (1999): Seit Jahren gute Freunde
AP

Kollegen Heinz Hoenig und Heiner Lauterbach, mit Jenny Elvers (1999): Seit Jahren gute Freunde

Die in der "Bild"-Zeitung veröffentlichten Darstellungen entsprächen nicht der Wahrheit, sagte Hoenigs Anwältin Julia Bezzenberger. Sie werde nun gemeinsam mit ihrem Mandanten Unterlassungsansprüche gegen den Buch-Verlag Droemer prüfen. Eine Entscheidung werde vermutlich im Laufe der Woche fallen. Lauterbachs Erzählungen sind nach Angaben der Anwältin nicht mit Hoenig abgesprochen. Rechtliche Schritte gegen Lauterbach persönlich schließt Hoenigs Anwältin allerdings aus: "Dazu sind die beiden schon zu lange befreundet."

Lauterbach selbst hatte in einem Interview am Wochenende betont, er vertrete alles, was er geschrieben habe. "Wenn man das ganze Buch liest, ist alles in Ordnung. Sonst hätte ich das auch gar nicht gemacht mit Freunden", sagte er. Ärger habe er mit den in seiner Autobiografie erwähnten Kollegen wie Hoenig oder auch Til Schweiger "überhaupt nicht". Der Verlag sieht sich nicht in der Verantwortung: "Wir haben getan, was zu tun war als seriöser Verlag", stellte eine Sprecherin von Droemer klar. Bislang gebe es für den Verlag keine juristischen Auseinandersetzungen wegen des Buchs.

Das mehr als 400 Seiten starke Werk, in dem es in weiten Teilen um Sex und Drogen geht, ist seit Freitag im Buchhandel. Lauterbach startet heute in Berlin eine Lesereise durch Deutschland.

Marina Antonioni, ddp


URL:

Mehr auf SPIEGEL ONLINE:


© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH