Bhubaneswar - Bei seinem Langstreckenlauf standen heute Tausende Zuschauern am Rande der Strecke und feuerten den Knirps an. Begleitet wurde er von Krankenwagen und mitjoggenden Soldaten. Budhias Spitzname: "Forrest Gump Indiens". Ärzte mussten den Jungen schließlich stoppen; Budhia Singh sei erschöpft. Eigentlich hatte das Kind vorgehabt, 70 Kilometer weit zu laufen.
Budhia Singh: 65 Kilometer an einem Stück gelaufen
Der Lauf findet nun Aufnahme in das indische Rekordbuch Limca, wie die Nachrichtenagentur PTI meldete. Der Junge betete zunächst in einem Hindu-Tempel in Puri und machte sich dann auf den Weg nach Bhubaneswar, der Hauptstadt des ostindischen Unionsstaats Orissa.
Budhias Schicksal war nach dem Tod seines Vaters zunächst völlig ungewiss. Die völlig verarmte Mutter hatte sich nicht anders zu helfen gewusst und ihren Sohn an einen anderen Dorfbewohner verkaufen wollen, weil sie ihn nicht großziehen konnte. Trainer Biranchi Das berichtete, er habe sich daraufhin des Jungen angenommen und ihn adoptiert. Der Mutter habe er 800 Rupien, umgerechnet 14 Euro, für den Jungen gegeben. Sein Talent sei ihm aufgefallen, als der Kleine aus Versehen ohne Erlaubnis auf einen Sportplatz geriet und Strafrunden drehen musste. Als der Trainer nach fünf Stunden zurückkam, lief Budhia immer noch.
Budhia renne jeden Tag mindestens 20 Kilometer. Zwei Mal pro Woche lege er sogar 45 Kilometer zurück. Der Adoptivvater gerät deswegen immer wieder in die Kritik. Die Kinderwohlfahrtsorganisation Orissas untersucht, ob der Vater den kleinen Jungen zur persönlichen Bereicherung ausbeutet. Der Trainer weist die Vorwürfe zurück.
ffr/AP/dpa
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