Von Alwin Schröder

Feuerwehrmänner ziehen den toten Gorilla aus dem Wasser
Hannover - Die Tierschutzorganisation "Animal Peace" will eine Mahnwache vor dem Zoo abhalten, im "Gästebuch" der Zoo-Homepage wird heftig diskutiert, in den Zeitungen beschweren sich Zoobesucher. Denn sie glauben, dass Artis Tod hätte verhindert werden können.
Das rund 200 Kilogramm schwere Gorilla-Männchen war im Gehege am Ufer eines kleinen Wassergrabens unglücklich gestürzt, als er sich eine Porreestange greifen wollte. Der Affe - Europas zweitgrößter Gorilla - fiel über einen Fangzaun hinweg kopfüber in den steil abfallenden Graben. Auch sofort alarmierte Retter konnten Arti nicht mehr helfen. Das Leittier der Gorilla-Familie ertrank, weil sich sein Fell innerhalb weniger Sekunden mit Wasser voll sog und ihn in die Tiefe zog. Das Wasser in der Anlage ist 3,70 Meter tief.
Durch Artis Tod ist Zoochef Klaus-Michael Machens ins Kreuzfeuer geraten. Mitarbeiter sollen schon beim Bau der Gorilla-Anlage im Jahre 1996 Bedenken gegen die Konstruktion des Wassergrabens gehabt haben, weil Gorillas nicht schwimmen können. Doch Machens wehrt sich: "Dies war ein Unfall, wie er - so tragisch das ist - auch in der Natur passieren kann. Arti hätte ebenso gut vom Baum fallen können", wird er in der "Hannoverschen Neuen Presse" zitiert.
Der Zoo gilt als eines der Vorzeigeobjekte der Expo. Am 107 Millionen Mark teuren Ausbau beteiligte sich die Weltausstellung mit 3,5 Millionen Mark. Als Machens den notorisch Not leidenden Zoo übernahm, sorgte er für positive Schlagzeilen. Denn nach und nach ließ er das Gelände zu einem modernen Erlebniscenter umbauen. Er gab einen Teil der Tiere an andere Zoos ab, stellte den Rest aber spektakulär zur Schau: Giraffen stolzieren in einer Savannen-Landschaft, Elefanten sind in einer indischen Palastruine untergebracht. Und obwohl er die Eintrittspreise anhob, steigen seitdem die Besucherzahlen. Doch jetzt könnte Artis Tod die Stimmung kippen - knapp 14 Tage vor der Expo-Eröffnung.
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