Offenbar grundloser Pfefferspray-Einsatz Ermittlungen gegen Berliner Polizisten

Ein Polizist zückt eine Pfefferspray-Dose und sprüht auf offenbar friedliche Demonstranten. Diese Szene zeigt ein Video, das am 1. Mai in Berlin aufgenommen worden sein soll. Gegen einen Polizisten wurde jetzt einen Strafverfahren eingeleitet.


Berlin - Die Berliner Polizei hat ein Strafverfahren gegen einen ihrer Beamten eingeleitet. Der Vorwurf lautet "Körperverletzung im Amt". Der betroffene Polizist soll bei einer Demonstration am 1. Mai in Berlin Kreuzberg einem Mann Pfefferspray ins Gesicht gesprüht haben - "offenbar grundlos", wie Polizeipräsident Klaus Kandt im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses sagte. Grundlage für die Anzeige war ein Youtube-Video, wie ein Pressesprecher der Polizei bestätigte.

Mutmaßlich handelt es sich dabei um das Video eines Nutzers namens "antezzo". Zu sehen ist den Angaben zufolge ein Pfefferspray-Einsatz, der sich am 1. Mai am Kottbusser Tor in Kreuzberg zugetragen haben soll.

In voller Montur steht ein Polizist mit seinen Kollegen am Rande einer offenbar friedlichen Menschenmasse. Im Hintergrund isst ein junger Mann einen Döner, andere Demonstranten stehen um eine Absperrung herum. Der Polizist greift zu einer länglichen Tasche, die an seiner Hose befestigt ist, zieht eine Sprühdose heraus und zielt damit auf zwei einige Meter entfernt stehende Personen. Der Strahl trifft einen Mann mitten ins Gesicht.

Das Video dauert nur neun Sekunden und wurde offenbar mit einer Handykamera gefilmt. Was vor dem Vorfall geschah und ob der Polizist zuvor von Demonstranten provoziert wurde, ist unklar. Auf der kurzen Aufnahme sind aber keine Anzeichen für einen berechtigten Einsatz von Reizgas erkennbar.

Dass es sich bei dem Video von "antezzo" um die Aufnahme handelt, die zur Anzeige gegen den Polizisten geführt hat, konnte der Polizeisprecher nicht bestätigen.

tam/dpa



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