Ausgebüxt Wasserbüffel sorgen für Vollsperrung der A3

Fünf Wasserbüffel haben in Nordrhein-Westfalen über Stunden den Verkehr auf der Autobahn 3 lahmgelegt. Erst am Morgen konnten die Tiere von der Straße geholt werden - mit einem besonderen Manöver.

Patrick Schüller

Fünf Wasserbüffel haben auf der Autobahn 3 zwischen dem Dreieck Langenfeld und Kreuz Leverkusen die Nacht hindurch und bis in den Morgen für erhebliche Verkehrsprobleme gesorgt. Es sei mit größeren Behinderungen auch noch im Berufsverkehr zu rechnen, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei.

Die Tiere waren demnach am späten Sonntagabend von einer Weide ausgebrochen und zwischen der Anschlussstelle Opladen und dem Kreuz Leverkusen auf die Fahrbahn gelaufen. Die Polizei sperrte die Autobahn in beide Richtungen. Mithilfe zweier Lastwagen, die auf der Autobahn im Stau standen, und mehreren Streifenwagen kesselte sie die Tiere ein.

Laut einem WDR-Bericht wurde eine Art Gehege eingerichtet, damit die Tiere nicht flüchten konnten. Es handelte sich demnach um einen Bullen mit zwei Kühen und zwei Kälbern. Autofahrer, die an der Einsatzstelle stundenlang ausharren mussten, seien gebeten worden, in ihren Fahrzeugen zu bleiben. Wasserbüffel gälten zwar als friedlich, seien aber eben massive Tiere mit langen Hörnern.

Weil es nicht gelang, die Büffel von der Fahrbahn zu bringen, wurde nach Angaben der Polizei die Tierärztin des Kölner Zoos alarmiert. Sie betäubte die Tiere. Gegen 6.30 Uhr waren die Büffel dem Bericht zufolge sediert. Mit einem Kran der Feuerwehr Köln und der Hilfe eines ortsansässigen Landwirts sollten die Büffel dann abtransportiert werden. Der Bulle hatte sich dem Bericht zufolge allerdings den Huf zwischen der Leitplanke und einem Lkw eingeklemmt. Die Feuerwehr habe das Tier aufwendig befreien müssen.

Am Morgen sei die Straße schließlich geräumt gewesen, bestätigte eine Sprecherin der Polizei Köln dem SPIEGEL. Die Fahrbahn werde noch gereinigt und dann wieder freigegeben.

Fahrzeuge hatten sich laut WDR zwischenzeitlich in beide Richtungen auf bis zu zehn Kilometern gestaut. Auch auf den Umleitungsstrecken stockte der Verkehr. So etwas habe er in seinen 25 Dienstjahren noch nicht erlebt, sagte der Dienstgruppenleiter der Kölner Autobahnpolizei dem Sender.

fok/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
jan_huus 14.05.2018
1.
Wie können denn diese Tiere auf die Autobahn laufen? Ich hoffe der Halter muss die Kosten für den Bergungseinsatz tragen.
gert.watermann 14.05.2018
2. Menschenverachtende Maßnahme der Kölner Polizei
Wenn man als Pendler hier in der Gegend unterwegs ist weiß man ja die Behörden hier jede Gelegenheit wahrnehmen den Straßenverkehr zum Erliegen zu bringen. Das war heute auch wieder der Fall. Man läßt viele tausend Menschen teilweise 8 bis 9 Stunden im Stau stehen damit bloss diesen Büffeln nichts passiert. Auch der WDR berichtete voll allen Dingen darüber das es den Tieren gut geht, die Menschen hier sind denen völlig egal. Immerhin heute Abend wurde dann berichtet das noch nicht feststehe ob Besitzer oder Besitzerin dieser Monster finanziell etwas beitragen muss. Hauptsache diesen armen Tieren geht es gut.
niska 14.05.2018
3.
Zitat von gert.watermannWenn man als Pendler hier in der Gegend unterwegs ist weiß man ja die Behörden hier jede Gelegenheit wahrnehmen den Straßenverkehr zum Erliegen zu bringen. Das war heute auch wieder der Fall. Man läßt viele tausend Menschen teilweise 8 bis 9 Stunden im Stau stehen damit bloss diesen Büffeln nichts passiert. Auch der WDR berichtete voll allen Dingen darüber das es den Tieren gut geht, die Menschen hier sind denen völlig egal. Immerhin heute Abend wurde dann berichtet das noch nicht feststehe ob Besitzer oder Besitzerin dieser Monster finanziell etwas beitragen muss. Hauptsache diesen armen Tieren geht es gut.
Die Versicherung des Bauern würde sich sicher freuen, den gesamtwirtschaftlichen Schaden dieser Aktion ausgleichen zu dürfen. In einer Abwägung wäre es doch sicher besser und schneller gewesen die Büffel einfach direkt zu schlachten, humanstmöglich, per Jagdgewehr. Jetzt kommen sie kurz zurück auf die Weide und dann gehts eh zum Schlachter. Verrückt.
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