Falschfahrer-Unfall auf der A5: "Ein Bild des Schreckens"

Immer mehr Details zu dem tödlichen Unfall auf der A5 werden bekannt: Zunächst raste ein Falschfahrer in einen vollbesetzten Minivan. Als dann eine Frau anhielt, um Hilfe zu leisten, kam es zu einer verheerenden Karambolage. Sechs Menschen sind tot, fünf wurden verletzt.

Offenburg - Der tödliche Unfall auf der A5 in Baden-Württemberg geht definitiv auf einen Falschfahrer zurück. "Dieser Geisterfahrer hat einen Unfall verursacht, daraufhin gab es im Anschluss einen weiteren Unfall", sagte ein Polizeisprecher. Den Helfern am Unfallort nahe dem Parkplatz Unditz auf der Strecke Richtung Basel bietet sich ein Bild des Schreckens: Sechs Menschen sind tot, fünf wurden zum Teil schwer verletzt. Nach der bisherigen Rekonstruktion der Staatsanwaltschaft Offenburg und der Autobahn- und Verkehrspolizei Offenburg kam es so zu dem Unfall:

  • Zunächst gab es an diesem Sonntagmorgen um 6 Uhr Meldungen an die Polizei, wonach auf der A5 zwischen Lahr und Offenburg ein Falschfahrer unterwegs war.

Wenige Minuten später kam es zur Karambolage mit mindestens fünf Autos:

  • Der Falschfahrer raste in einen mit fünf Personen besetzten Minivan, der ordnungsgemäß auf der A5 in Richtung Süden fuhr. Zur Unfallzeit herrschte teils dichter Nebel. Alle fünf Menschen in dem Minivan sowie der Falschfahrer kamen dabei ums Leben.
  • Unmittelbar danach hielt eine ebenfalls ordnungsgemäß in Richtung Süden fahrende Frau mit ihrem Auto auf dem Seitenstreifen an, um ganz offensichtlich Hilfe zu leisten. "Die Helferin wurde dann von zumindest einem nachfolgenden Pkw erfasst und erlitt hierbei schwere Verletzungen", sagte ein Polizeisprecher. An dem Folgeunfall waren nach derzeitigem Stand der Ermittlungen zwei Pkw beteiligt. Vier weitere Menschen wurden bei der Karambolage verletzt.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand war der Falschfahrer - ein 20-jähriger Mann aus dem Raum Offenburg - bei Lahr auf die Fahrbahn in die verkehrte Richtung aufgefahren. Er war laut Polizei alleine im Fahrzeug.

Der Minivan wurde von einem 30-Jährigen gesteuert, in diesem Fahrzeug starben alle fünf Insassen - darunter eine 23-jährige und eine 36-jährige Beifahrerin aus dem Raum Emmendingen. Die beiden weiteren Insassen sind zur Stunde noch nicht identifiziert.

Die Identität der beiden anderen Todesopfer ist noch nicht geklärt. Man sei mit Hochdruck dabei, um die Angehörigen zu verständigen. Vor Ort ist eine Notfallbetreuung eingerichtet. "Den Einsatzkräften bot sich ein schreckliches Bild", sagte ein Polizeisprecher. Die Unfallstelle ist demnach mit Trümmern übersät und "sehr komplex".

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Zwischen Offenburg und Lahr: Horrorunfall auf der A5
Der Rettungsdienst war mit 22 Helfern und insgesamt sechs Rettungswagen im Einsatz. Kräfte des Technischen Hilfswerkes (THW) unterstützen noch immer die Polizei an den Anschlussstellen Offenburg und Lahr. Die Feuerwehr Offenburg sowie der Kreisbrandmeister sind ebenfalls noch immer an der Unfallstelle. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder schwere Unfälle gegeben:

  • Ende Oktober gab es auch auf der A5 bei Baden-Baden einen schweren Unfall mit vier Toten. Die Opfer waren ein Elternpaar mit ihren zwei Kindern.
  • Mitte Oktober raste auf der A46 bei Meschede ein Falschfahrer in ein entgegenkommendes Auto, mit ihm kamen vier weitere Menschen ums Leben.
  • In Rheinland-Pfalz wurden bei einem Falschfahrer-Unfall ein Vater und zwei seiner Kinder getötet.
  • In Bayern kamen bei einem Geisterfahrer-Unfall Anfang Oktober fünf Menschen ums Leben. Eine vermutlich psychisch kranke Frau hatte den Unfall verursacht.

Tipps zum richtigen Verhalten bei Falschfahrern
Nachrichten über einen Falschfahrer
Befindet man sich auf einer Autobahn oder Bundesstraße, auf der ein Falschfahrer unterwegs ist, gibt es drei Dinge zu tun: Tempo reduzieren, auf keinen Fall überholen - und ruhig bleiben. Bei der ersten Möglichkeit soll man die Straße verlassen oder auf einen Parkplatz fahren. Wenn genug Platz am Streckenrand vorhanden ist, kann man auch rechts ranfahren und warten, bis im Radio Entwarnung gegeben wird.
Sie haben einen Falschfahrer gesehen
Hat man einen Falschfahrer gesehen, sollte die nächste Notrufsäule abgewartet und dort die Meldung durchgegeben werden. Somit ist gewährleistet, dass die Polizei sofort den genauen Standort kennt. Bei Meldungen übers Handy sind diese Informationen meistens nicht gegeben.
Eigener Fehler
Hat man festgestellt, selbst zum Geisterfahrer geworden zu sein, muss sofort das Tempo reduziert und der nächstgelegene Fahrbahnrand angesteuert werden. Auf keinen Fall darf die Fahrbahn gekreuzt oder gar gewendet werden. Steht das Auto, muss man die Warnblinker einschalten, sich hinter die Leitplanke stellen und die Polizei verständigen.

jjc

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