Abhörskandal "Stirb langsam"-Regisseur muss vor Gericht

Mit dem FBI sollte man sich nicht anlegen, das weiß man sogar als Kinogänger. Ausgerechnet ein US-Filmemacher war dennoch so unvorsichtig: Jetzt muss John McTiernan sich vor Gericht verantworten, weil er die Agenten der Bundespolizei in einer Abhöraffäre angelogen hat.


Los Angeles - Die Polizisten hatten den Hollywood-Regisseur,  der durch Filme wie "Stirb Langsam" und "Jagd auf Roter Oktober" bekannt wurde, zu Ermittlungen eines Privatdetektivs namens Anthony Pellicano vernommen. Pellicano soll illegal zahlreiche Prominente und Geschäftsleute belauscht haben. Filmemacher McTiernan erklärte dem FBI laut Klageschrift, "nichts über von Anthony Pellicano ausgeführte Abhöraktionen" gewusst zu haben. Außerdem habe er "niemals mit Pellicano über das Anzapfen von Telefonen" gesprochen.

Der Anklage zufolge beauftragte der Regisseur allerdings den Privatdetektiv damit, den Produzenten Charles Roven abzuhören, mit dem McTiernan den Film "Rollerball" gedreht hat. Im Falle einer Verurteilung drohen dem 55-jährigen Filmemacher bis zu fünf Jahre Haft. McTiernan ist bereits die 14. Person, die im Zuge des Verfahrens gegen Pellicano angeklagt wird.

str/dpa



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