Abschiedsbrief eines Terrorpiloten: "Alle werden sich freuen"
Durch einen Zufall sind die Ermittlungsbehörden an den Abschiedsbrief eines der mutmaßlichen Attentäter vom 11. September gelangt. Die Behörden werten das Schreiben als Geständnis.
Abschiedsbrief an die Freundin: Mutmaßlicher Terrorpilot Ziad Jarrah
In einem Postpaket, das der Libanese Ziad Jarrah, 26, mutmaßlicher Pilot der in Pennsylvania abgestürzten Todesmaschine, an seine in Deutschland lebende Freundin sandte, stellten die Fahnder einen vierseitigen Abschiedsbrief sicher, den sie als Selbstbezichtigung werten.
Neben zahlreichen Treuebekundungen ("Halte Dich fest an was Du hast, bis wir uns wiedertreffen") schreibt Jarrah: "Ich habe gemacht, was ich machen sollte. Du solltest ganz stolz darauf sein, das ist eine Ehre, und Du wirst (das) Resultat sehen, und alle werden sich freuen."
Weil der Brief das Datum des 10. Septembers trägt, gehen die Ermittler davon aus, dass Jarrah ihn nur Stunden vor den Anschlägen verfasste. Das Paket schickte der Libanese, der von 1996 an in Greifswald und Hamburg studierte, aus den USA nach Deutschland. Wegen einer offenbar fehlerhaften Adresse konnte es hier allerdings nicht zugestellt werden und ging zurück in die USA, wo es den Fahndern in die Hände fiel. Neben Unterlagen über Jarrahs Flugstunden fanden sie auch solche über eine bisher nicht bekannte Tauchausbildung. Die Ermittler rätseln jetzt, ob ursprünglich andere Anschlagsziele geplant waren.
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