Manöver über dem Sauerland: Learjet nach Zusammenstoß mit "Eurofighter" abgestürzt

Ein Learjet mit zwei Personen an Bord ist über dem Sauerland mit einem "Eurofighter" der Luftwaffe kollidiert und abgestürzt. Mindestens ein Mensch kam ums Leben. Das Unglück geschah während einer Abfangübung.

Absturz im Sauerland: Trümmerteile auf einer Wiese bei Elpe (Nordrhein-Westfalen) Zur Großansicht
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Absturz im Sauerland: Trümmerteile auf einer Wiese bei Elpe (Nordrhein-Westfalen)

Hamburg - Über der Ortschaft Elpe bei Olsberg im Sauerland ist es am Montag zu einem Zusammenstoß von einem Kleinflugzeug und einem "Eurofighter" gekommen.

"Einer der Insassen des Kleinflugzeugs wurde tot aufgefunden", sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte vor Ort. Der Mann sei vermutlich aus dem Learjet geschleudert worden. Man habe ihn in der Nähe des Wracks gefunden. Nach einer zweiten Person werde noch gesucht.

Das zivile Flugzeug war über unbewohntem Gebiet abgestürzt. An Bord befanden sich der Pilot und ein Passagier. Feuerwehr und Einsatzkräfte sind vor Ort.

In der Luft hätte sich zum Unglückszeitpunkt ein drittes Flugzeug, ebenfalls ein "Eurofighter", befunden. Beide Luftwaffen-Jets hätten sicher landen können, einer auf der Basis in Nörvenich bei Köln, der zweite in Köln-Wahn. In Nörvenich ist eine der beiden Alarmrotten der Luftwaffe stationiert: zwei "Eurofighter", die 24 Stunden in Bereitschaft sind. Normalerweise ist ihr Standort Wittmund, dort wird allerdings derzeit die Startbahn erneuert.

Laut einem Sprecher der Feuerwehr-Leitstelle des Hochsauerlandkreises ging der Learjet beim Absturz in Flammen auf. Der Brand ist inzwischen gelöscht. Der WDR berichtete, dass sich die Absturzstelle laut Augenzeugen 80 Meter neben einem Wohnhaus befindet.

Die Zivilmaschine sei für die Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD) unterwegs gewesen, sagte ein Luftwaffen-Sprecher. Bei dem Übungsflug handelte es sich nach Informationen von SPIEGEL ONLINE um eine Kooperation von Luftwaffe und GFD, einem Tochterunternehmen der Airbus Defence and Space. Es sollte simuliert werden, den Learjet abzudrängen und zur Landung zu zwingen, hieß es aus Luftwaffenkreisen. Ein solcher Übungsflug sei für die Learjet-Piloten demnach ein Routineeinsatz.

Ersten Erkenntnissen zufolge befanden sich der Learjet und der "Eurofighter" in einer Linkskurve, als das Kleinflugzeug die Militärmaschine touchierte, ins Trudeln geriet und abstürzte. Die beiden Insassen des Learjets hatten laut Informationen aus Luftwaffenkreisen nach der Kollision in der Luft keine Chance, da ihr Flieger im Gegensatz zu den Kampfjets nicht mit Schleudersitzen ausgestattet war.

Über die Ursache der Kollision ist bisher nichts bekannt. Die Piloten werden derzeit zum Unfallhergang befragt, Techniker analysieren die Flugdaten der beiden Kampfjets. Der General Flugsicherheit in der Bundeswehr sowie die Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung haben ihre Untersuchungen an der Absturzstelle aufgenommen.

Karte

vks/mgb/ala/rls/gam/dpa

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