Absturz über Atlantik Air France muss Hinterbliebenen Millionen zahlen

Im vergangenen Sommer war eine Air-France-Maschine auf dem Flug von Rio nach Paris ins Meer gestürzt, 228 Menschen starben. Ein Gericht in Brasilien hat die Fluglinie nun zu einer Millionenentschädigung verurteilt - zu zahlen an die Angehörigen eines Todesopfers.

Helfer bergen Trümmer der Unglücksmaschine: "Fahrlässiges Verhalten" von Air France
REUTERS

Helfer bergen Trümmer der Unglücksmaschine: "Fahrlässiges Verhalten" von Air France


Rio de Janeiro - Air France muss umgerechnet rund 840.000 Euro an die Familie des früheren Generalstaatsanwalts Marcelle Valpacos Fonseca zahlen. Dies verkündete ein Bundesrichter in Rio de Janeiro am Donnerstag (Ortszeit). Die Katastrophe sei auf das "fahrlässige Verhalten" der französischen Airline zurückzuführen, hieß es.

Valpacos Fonseca saß in der Unglücksmaschine, die auf dem Nachtflug von Rio de Janeiro nach Paris am 1. Juni 2009 in den Atlantik gestürzt war. Der Airbus vom Typ A330 war in ein Unwetter geraten und hatte zuletzt keinen Kontakt mehr zu den Bodenstationen. Alle 228 Insassen kamen ums Leben.

Die Unglücksursache ist bis heute ungeklärt, weil die Flugschreiber der Maschine nicht gefunden wurden. Inzwischen hat Air France entschieden, den Meeresgrund ab Mitte März erneut abzusuchen.

Air France und auch dem europäischen Flugzeugbauer Airbus war nach dem Unfall vorgeworfen worden, sie hätten zu lange auf die außen angebrachten Geschwindigkeitsmesser der Maschinen vertraut, obwohl es mit den sogenannten Pitot-Sonden etliche Zwischenfälle gegeben habe. Mittlerweile haben zahlreiche Hinterbliebene von Opfern Schadensersatzklagen eingereicht.

Air France hat inzwischen den Chef für Flugsicherheit entlassen. Außerdem äußerte Konzernchef Pierre-Henri Gourgeon seine "innerste Überzeugung", dass die Piloten nicht an dem Absturz schuld seien. Die Europäische Luftfahrtbehörde EASA kam zu dem Schluss, dass Probleme mit Geschwindigkeitssensoren, den Pitot-Sonden, zumindest ein Faktor der Katastrophe waren, und forderte alle Airlines auf, die Tempomesser in zwei Airbus-Modellen auszuwechseln.

siu/AFP

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