Absturz von TWA-Flug 800: Ermittler verneinen Angriff "von außen"

Absturz vor Long Island: Streitfall TWA-Flug 800 Fotos
AFP

230 Menschen starben, als 1996 eine Boeing der Airline TWA vor New York ins Meer stürzte. Das Flugzeug sei "von außen" zerstört worden, legt ein aktueller Dokumentarfilm nahe - durch eine Rakete oder ein Geschoss des Militärs. Ermittler der US-Behörden haben nun dieser Version widersprochen.

New York - Wieso stürzte eine Boeing 747 der Fluggesellschaft TWA 1996 kurz nach dem Start in New York ins Meer? Die offizielle Erklärung lautet, dass ein explodierender Treibstofftank für die Katastrophe verantwortlich war. Ein Kurzschluss soll die Detonation ausgelöst haben, durch die alle 230 Insassen an Bord starben.

Doch zuletzt hatte ein Dokumentarfilm Zweifel an dieser Version geweckt. Er soll zum 17. Jahrestag der Katastrophe am 17. Juli ausgestrahlt werden. "TWA Flight 800" zitiert sechs ehemalige Ermittler und beruft sich auf Dutzende von Zeugen, die von Lichtblitzen berichten. Die These: Das Flugzeug sei "von außen" zerstört worden, etwa von einer Rakete oder einem militärischen Geschoss - und die US-Regierung habe das vertuscht.

Nun haben Ermittler der US-Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB) auf die in dem Film geäußerten Vorwürfe reagiert. Sie bleiben bei ihrer Haltung. Das Flugzeug sei 1996 verunglückt, sagte der ehemalige NTSB-Ermittler Jim Widley bei einer Pressekonferenz. "Ich bin fest überzeugt, dass es weder eine Bombe noch eine Rakete gab."

Der mühsam rekonstruierte Rumpf der Maschine weise keines der typischen Merkmale eines Raketeneinschlags auf, sagte Joseph Kolly, Leiter der NTSB-Forschungsabteilung. Bei den Lichtblitzen könnte es sich um brennende Teile der Maschine gehandelt haben. Über den Dokumentarfilm sagte er, es sei "keine gute Sache", das Thema wieder aufzurollen. Kolly ging mit keinem Wort auf eine Petition ein, die von seiner Behörde eine Wiederaufnahme der Untersuchungen fordert. Die NTSB-Leitung wird voraussichtlich noch in diesem Sommer darüber entscheiden.

Auch zwei Hinterbliebene der Opfer nahmen an der NTSB-Veranstaltung teil. Beide unterstützten die Version der Behörde. "Ich verstehe nicht, warum man jetzt alte Verschwörungstheorien wieder hervorholt, die schon lange getestet und überprüft worden sind", sagte Matt Ziemkiewicz. Seine Schwester Jill hatte in der Unglücksmaschine als frischgebackene Stewardess ihren ersten internationalen Flug absolvieren sollen.

ulz/AFP

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1. optional
spon-facebook-1425926487 03.07.2013
Soso, Explosion von innen. Merkwürdig, dass der Rasiermesserscharfe Schnitt direkt hinter dem Cockpit genau zu dem Explosionsmuster bestimmter Luftabwehrraketen passt (die sich unter dem Flugzeug nähern und es dann wie ein Messer mittendurch schneiden). Für eine Explosion im Frachtraum gibt es dagegen keine Hinweise. Ich glaube auch nicht an die Version von der verirrten Rakete, es ging wohl eher um eine bestimmte Person aus hohen politischen Kreisen, die sich die Regierung vom Hals schaffen wollte, es sich aber offiziell nicht erlauben konnte, sie offiziell anzuklagen.
2. Es ist kaum noch zu fassen!
tweet4fun 03.07.2013
Dieser Verschwörungs-Schwachsinn hatte nun gerade noch gefehlt. Ein weiterer Eimer voll mit Öl, den die Schwachmaten aus der VT-Gemeinde ins Feuer gießen können. Die Menschheit geht nur an einem zugrunde: ihrer eigenen Dummheit!
3.
Sphynx25 03.07.2013
zu welchem Typ Flugabwehrrakete genau passt denn das Explosionsmuster?
4. Ermittler der US-Behörden haben widersprochen
ecce homo 03.07.2013
Verschwörungstheorien hin oder her, welchen Wert haben solche Dementis jetzt noch?
5. jaaaaa...
dunkelmerkel 03.07.2013
...die US-Behörden. Also wenn die das sagen dann stimmt das auch. Ich vertraue den US-Behörden blind. Dann war das mit dem Absturz einfach nur Pech....oder Pilotenversagen. Das haben ja die US-Behörden nun endlich klar gestellt.
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