Absturz von Überlingen Chronologie einer Katastrophe

Das Flugzeugunglück von Überlingen am 1. Juli 2002 kostete 71 Menschen das Leben. Über dem Nordufer des Bodensees kollidierte eine Boeing-Frachtmaschine des Paketdienstes DHL mit einem russischen Tupolew-Passagierflugzeug der Bashkirian Airlines - eine Chronologie.


1. Juli 2002, abends: Die Tupolew startet in Moskau zu einem Charterflug nach Barcelona. An Bord befinden sich 69 Menschen, darunter 49 Kinder, die nach Spanien in die Ferien wollen. Kurz darauf hebt in Bergamo die Frachtmaschine mit Ziel Brüssel ab. An Bord der Boeing-757-200 sind der 47-jährige britische Pilot und der 34-jährige kanadische Copilot.

Gegen 23.15 Uhr: Bei der Schweizer Flugsicherung Skyguide erhält ein allein arbeitender Fluglotse die Information, dass eine Maschine verspätet den Flughafen Friedrichshafen anfliegen will. Der Fluglotse muss diesen Anflug koordinieren und die Maschine bis zum Leitstrahl führen. Zudem muss er den verspäteten Anflug telefonisch in Friedrichshafen anmelden. Sein Kollege befindet sich in der Pause.

23.23 Uhr: Seit diesem Zeitpunkt ist die Hauptleitung bei Skyguide außer Betrieb. Der Fluglotse versucht 18 Minuten lang vergeblich, den Tower von Friedrichshafen zu erreichen.

23.27 Uhr: Ein Fluglotse in Karlsruhe bemerkt den gefährlichen Kurs der Tupolew und der Boeing und versucht darauf mehrmals vergebens, seinen Kollegen in Zürich-Kloten telefonisch zu warnen.

23.35 Uhr: Die beiden Flugzeuge kollidieren in rund 11.000 Metern Höhe. 40 Insassen der Tupolew fallen nach dem Zusammenprall aus dem Flugzeug. Die Wrackteile verteilen sich auf einer Gesamtfläche von rund 350 Quadratkilometern. Wie durch ein Wunder wird am Boden niemand verletzt.

ffr/AP



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