Adoption in China Keine Kinder mehr für dicke Ausländer

China verschärft seine Kriterien für Adoptiveltern aus dem Ausland. Übergewichtige, depressive sowie unverheiratete Bewerber werden in Zukunft keine Chance mehr haben, Mutter und Vater eines Kindes aus dem Reich der Mitte zu werden.


Peking - Dicke Ausländer dürfen keine chinesischen Kinder mehr adoptieren. "Fettleibige Menschen leiden mit höherer Wahrscheinlichkeit an Krankheiten und könnten eine geringere Lebenserwartung haben", erklärte die zuständige Behörde heute in der offiziellen Zeitung "China Daily". Auch unter Depressionen leidende oder unverheiratete Bewerber könnten keine Kinder mehr adoptieren. Die neuen Kriterien sollen den Angaben zufolge im Mai in Kraft treten und die Interessen der Kinder schützen. Gleichzeitig sollen sie die Wartezeit für qualifizierte Bewerber verkürzen.

Mögliche Adoptiveltern müssen den neuen Regeln zufolge
mindestens seit zwei Jahren verheiratet sein, zuvor Geschiedene
müssen sogar seit mindestens fünf Jahren wieder verheiratet
sein. Einzelpersonen aus dem Ausland können keine chinesischen Kinder adoptieren. "Wir wollen die Höchstqualifizierten auswählen, damit unsere Kinder unter immer besseren Bedingungen aufwachsen können", erklärte die Behörde.

In den vergangenen zehn Jahren sind rund 50.000 chinesische Kinder von Ausländern adoptiert worden, davon rund 40.000 von US-Amerikanern. Die Adoption eines chinesischen Kindes kann mehr als 15.000 Dollar kosten. Die große Mehrheit der adoptierten Kinder sind Mädchen, da chinesische Eltern traditionell Jungen bevorzugen.

kai/Reuters



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