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Adria-Insel: Investor will KZ zum Luxushotel umbauen

Bucht von Kotor (Montenegro): KZ-Umbau zum Hotel mit "minimalen Eingriffen" Zur Großansicht
REUTERS

Bucht von Kotor (Montenegro): KZ-Umbau zum Hotel mit "minimalen Eingriffen"

In einem ehemaligen Konzentrationslager in Montenegro sollen künftig Touristen Urlaub machen. Das Land hat die Insel mit dem früheren KZ an einen Investor vermietet, der ein Luxushotel plant. Doch jetzt regt sich Widerstand.

Die montenegrinische Insel Mamula ist winzig. Malerisch liegt sie am Eingang zur Bucht von Kotor in der Adria. Auf dem kleinen Fleckchen Land befindet sich ein Fort, das im 19. Jahrhundert errichtet wurde und im Zweiten Weltkrieg von Italien als Konzentrationslager genutzt wurde.

Der Plan, die Festung zu einem Luxushotel umzubauen, sorgt jedoch für Proteste bei den Angehörigen ehemaliger Gefangener. Ihren Angaben zufolge wurden dort mindestens 80 Gefangene hingerichtet, 50 weitere verhungerten. An einem Ort, "an dem so viele Menschen gestorben und gelitten haben", dürfe kein Hotel entstehen, sagte Olivera Doklestic der Nachrichtenagentur AFP. Die Baupläne zeigten, dass der Regierung die Geschichte egal sei.

Montenegro hat die Insel für 49 Jahre an die schweizerisch-ägyptische Investmentfirma Orascom vermietet. Die Investoren wollen auf Mamula ein Luxushotel mit Marina, Spa und Nachtklub bauen und insgesamt 15 Millionen Euro investieren.

Dagegen gibt es nun Widerstand. "Auf der ganzen Welt ist noch kein Konzentrationslager zu einem Hotel umgebaut worden", kritisierte Doklestic, deren Vater, Großvater und Onkel auf Mamula inhaftiert waren. Sie forderte, das Fort zu restaurieren und als Gedenkstätte für Besucher zu öffnen.

Das Tourismusministerium wies die Vorwürfe zurück. Auf der Insel sei auch ein Denkmal für die Gefangenen geplant, sagte die Leiterin der Abteilung für Tourismusentwicklung, Olivera Brajovic. Die Investmentfirma Orascom ließ mitteilen, dass die früheren Gefangenen den Bauplänen zugestimmt hätten. Das Belgrader Architekturbüro Salt and Walter teilte mit, der Umbau zum Hotel solle mit "minimalen Eingriffen" erfolgen.

"Es gibt für Mamula nur zwei Lösungen", sagte Regierungsvertreterin Brajovic. "Das Gelände verfallen lassen oder Investoren finden, die es restaurieren und für Besucher öffnen wollen." Selbst reichere Länder als das Balkanland Montenegro hätten sich dafür entschieden, "ähnliche Gebäude" auf diese Weise zu erhalten. Darunter seien sogar Gebäude, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehörten.

nck/AFP

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