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Griechenland: Starkes Seebeben in der Ägäis löst Panik aus

Ein schweres Seebeben hat die gesamte Ägäis erschüttert. Das Beben der Stärke 6,5 war auch in Athen, Istanbul und Bulgarien zu spüren. Menschen rannten in Panik auf die Straßen.

Athen - Um 11.25 Uhr Ortszeit wurde die Erdkruste in der Ägäis heftig durchgeschüttelt. Das Zentrum des Bebens lag in zehn Kilometern Tiefe unter dem Meeresboden zwischen den griechischen Inseln Limnos und Samothraki im Ägäischen Meer. Der Erdstoß war auch in Athen, Istanbul, Antalya sowie in Bulgarien zu spüren.

Das Beben wurde vom Institut für Geodynamik in Athen mit einer Stärke von 6,5 registriert, die amerikanische Behörde USGS ermittelte den Wert von 6,9. Einige Menschen wurden verletzt, größere Schäden wurden zunächst nicht gemeldet. Tausende Menschen rannten nach Augenzeugenberichten vor allem auf den Inseln Limnos, Samothraki, Thassos sowie der türkischen Insel Gökceada auf die Straßen. Dem ersten Stoß folgten mehrere Nachbeben.

Videoaufnahmen zeigten schreiend auf offene Plätze zurennende Menschen. Etliche Fensterscheiben seien auf den Eilanden zerborsten, berichteten Medien. Auf Limnos seien zwei alte, unbewohnte Häuser eingestürzt, an weiteren gebe es leichte Risse. Einsturzgefahr bestehe aber nicht, sagte der Bürgermeister von Limnos, Antonis Chatzidiamantis, im staatlichen griechischen Fernsehen. "Andere schlimmere Schäden haben wir nicht", sagte er.

Der auf Limnos lebende Kardiologe Giorgos Kalogiannis berichtete: "Die ganze Insel schien hoch-und runterzugehen. Wir sind in Panik geraten". Eine Frau sei leicht verletzt ins Krankenhaus gekommen. Wie griechische Medien berichteten, stammt die Frau aus England und wurde im Flughafen der Insel Limnos von herabfallenden Deckenteilen getroffen.

Das Schweizer Forschungsinstitut Wapmerr rechnet mit keinen oder allenfalls nur wenigen Opfern. Laut der aktuellen Prognose der Erdbebenexperten dürfte es 0 bis 20 Verletzte und 0 bis 10 Todesopfer geben. Diese Angaben beruhen auf Informationen zur Art und Stärke des Bebens, der Lage des Epizentrums, der Anzahl der Menschen in der Region und auf Informationen über den baulichen Zustand der Häuser.

Kostas Papazachos vom Seismologischen Institut der Universität der Hafenstadt Thessaloniki sagte im griechischen Fernsehen, dass es in der Region schon mehrfach Seebeben dieser Stärke gegeben hat In das Gebiet hinein erstreckt sich die sogenannte Nordanatolische Verwerfung zwischen der Anatolischen Kontinentalplatte und der Eurasischen Platte. In Griechenland waren zuletzt 1999 bei einem Beben der Stärke 5,9 143 Menschen gestorben.

hda/dpa

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Hessen: Erdbeben in Nieder-Beerbach

Erdbebenstärken
Die Richterskala
Die Stärke eines Erdbebens wird mit Hilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude , kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.
Die Auswirkungen
Grob lassen sich die typischen Effekte der Erdbeben in der Nähe des Epizentrums folgendermaßen beschreiben:
  • - Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar
  • - Stärke 3: nur selten nahe dem Epizentrum zu spüren
  • - Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
  • - Stärke 6: mittelschweres Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
  • - Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
  • - Stärke 8: Groß-Beben
Weltweit ereignen sich jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Beben. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile .

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