Ärger Manfred Krug hat genug vom Springer-Verlag

Manfred Krug hat angeblich die Zusammenarbeit mit dem Springer-Verlag aufgekündigt. Grund: Die "Bild"-Zeitung soll den Schauspieler mit einem Brief reingelegt haben.


Manfred Krug
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Hamburg - Manfred Krug muss sich offenbar einen neuen Verlag suchen. Der Ex-Tatort-Troubadour hat nach einer Meldung des Magazins "Max" die Zusammenarbeit mit Ullstein und Econ aufgekündigt, bei denen er Bücher und CDs veröffentlichte. Beide Verlage gehören zum Springer-Konzern, und von dem habe Krug die Nase voll.

Das Springer-Blatt "Bild am Sonntag" hatte am 4. März getitelt, "Manfred Krug verhöhnt Telekom-Aktionäre". In dem Artikel druckte das Blatt die Antwort Krugs auf das Schreiben eines sich als Kleinaktionär ausgebenden Herrn namens Jan Schiebold, der sich darüber beschwerte hatte, dass Krug in der Werbung zu Telekom-Aktie rate, die doch stark an Wert verloren habe.

Krug hatte darauf geantwortet: "Als die T-Aktie bei 100 Mark stand, hätten Sie verkaufen können. Wahrscheinlich konnten Sie den Hals nicht voll kriegen und haben darauf gewartet, dass die Aktie steigt und steigt. Jetzt muss ich mir Ihr Gejammer anhören."

Was Krug laut "Max" nicht wusste: Dass Nörgler Jan Schiebold ein Freund von "Bild"- und "BamS"-Vize-Chef Martin Heidemanns sei. Die beiden stürmten in der Altherrenmannschaft des 1. SC Norderstedt. Schiebold sei auf Krug angesetzt worden, da sich Krug der "Bild"-Zeitung immer verweigere.

Aus dem Kündigungsschreiben wird Krug zitiert: "Ich bin von den 'Bild'-Leuten selten in Ruhe gelassen, aber viel geschmäht worden. Sie tragen mir nach, dass ich von Anfang an nicht gekuschelt und ihnen keine Storys geliefert habe, dass ich ohne Billigung der 'Bild'-Zeitung, einfach so, eine passable Karriere gemacht habe; dass sie davon zur Verwertung kaum etwas abgekriegt haben und dass ich mich von Zeit zu Zeit sogar gewehrt und ihnen, z. B. in manchen "Tatorten" eins rübergezogen habe. Ich wollte immer Frieden. Die 'Bild'-Leute wollen ihre Spatzenschar behalten, zum Draufschießen."



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