Tierheimchef über Justin Biebers Affen: "Auf keinen Fall in private Hände"

Der Münchner Zoll hat das Äffchen von Justin Bieber beschlagnahmt und in einem Tierheim untergebracht. Dessen Leiter zufolge haben schon Tierparks ihre Fühler nach dem berühmten Kapuziner ausgestreckt. Dem Popstar bleiben vier Wochen, um die nötigen Dokumente vorzulegen.

DPA

München - Justin Bieber muss viel durchmachen in diesen Tagen. Zum Auftakt seiner Europa-Tournee brach er in London auf der Bühne zusammen, nach einem Konzert in Polen reiste er kurz zurück in die USA und handelte sich gleich Ärger mit seinem Nachbarn ein. Auf seiner Reise zu den nächsten Auftritten in Deutschland wollte er dann wenigstens seinen Affen Mally dabei haben - das Tierchen soll ein Geschenk zu seinem 19. Geburtstag gewesen sein. Doch Bieber hatte die Rechnung ohne die deutschen Zollbeamten gemacht.

Weil Bieber nicht die nötigen Papiere vorweisen konnte, beschlagnahmten die Beamten den Affen am Münchner Flughafen und brachten ihn in einem Tierheim unter. Vier Wochen hat Bieber Zeit, um Dokumente über Gesundheitszustand und Herkunft des Tieres vorzulegen - dann bekäme er sein Äffchen zurück. Ansonsten würde es zur Vermittlung freigegeben.

Tierheimleiter Karl Heinz Joachim muss nun den ganzen Tag Anfragen zu dem berühmten Gast bewältigen. 64 Jahre ist Joachim alt und damit nach eigener Aussage kein Fan von Justin Bieber. "Das hört meines Wissens mit zwölf Jahren auf", sagt er.

SPIEGEL ONLINE: Herr Joachim, bei Ihnen ist sicher die Hölle los.

Joachim: Heute war alles da, was Rang und Namen hat. Presse aus den Niederlanden und sogar die Londoner "Times" waren da.

SPIEGEL ONLINE: Wird das Tierheim auch von wildgewordenen Bieber-Fans belagert? Diese Teenager sind ja völlig unberechenbar.

Joachim: Nein. Gott sei Dank.

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Mally: Biebers Äffchen
SPIEGEL ONLINE: Wie geht's dem Äffchen denn?

Joachim: Er ist munter und frisst auch. Man muss sich sehr viel mit ihm beschäftigen. Er ist mit seinen 14 Wochen eigentlich zu jung, um ihn von seiner Mutter wegnehmen zu können. In der Regel bleiben kleine Kapuzineraffen ein Jahr bei der Mutter. Aber ich weiß nicht, wie in Amerika die Vorschriften sind. Hier hätte Bieber ihn nicht haben dürfen.

SPIEGEL ONLINE: Auf Fotos ist der Affe ständig mit einer Stoffkatze zu sehen. Was hat es damit auf sich?

Joachim: Die kommt noch von Bieber, man sieht sie auch auf einem Foto von ihm und dem Affen im Internet. Das ist sozusagen die Ersatzmama. Da hält sich der Affe immer dran fest - so wie er sich an seiner Mutter festhalten würde. Jetzt hat er eben dieses Stofftier und da seine Sicherheit.

SPIEGEL ONLINE: Was frisst Ihr berühmtester Gast?

Joachim: Wir füttern ihn mit Babybrei. Er frisst auch ganz gerne Obst: Äpfel, Weintrauben, alles muss frisch sein. Sonst mag er das nicht mehr. Er ist in einem ordentlichen Zustand, könnte höchstens ein bisschen mehr auf den Rippen haben. Aber das kommt von allein.

SPIEGEL ONLINE: Kann Mally irgendwelche Tricks?

Joachim: Nein. Man kann mit ihm schmusen.

SPIEGEL ONLINE: Und er streckt oft die Zunge raus.

Joachim: Ja, das machen Affen gerne.

SPIEGEL ONLINE: Wie geht es weiter, wenn Bieber die Papiere nicht vorlegt?

Joachim: Wenn der Affe nicht abgeholt wird, werden wir ihn vermitteln. Ich hatte schon Anfragen von verschiedenen Zoos aus Großbritannien und Holland, die bereit wären, ihn aufzunehmen. Wir geben ihn auf gar keinen Fall in irgendwelche privaten Hände.

SPIEGEL ONLINE: Bieber-Fans hätten ihn sicher gerne.

Joachim: Das wäre nach deutschem Recht gar nicht möglich. Einzelhaltung von Affen ist bei uns in Deutschland eigentlich nicht artgerecht und wird nicht genehmigt.

Die Fragen stellte Hendrik Ternieden

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