Afghanistan Acht Kinder sterben beim Spielen durch Explosion 

Ein afghanisches Dorf beklagt den Tod von acht Kindern. Die Angehörigen gehen davon aus, dass sie mit einer herumliegenden Mörsergranate spielten, bis diese explodierte.

Blick auf Kabul (Symbolbild)
REUTERS

Blick auf Kabul (Symbolbild)


Im Nordwesten Afghanistans sind acht Kinder beim Spielen durch eine Explosion getötet worden. Sechs weitere Kinder wurden verletzt, wie ein Sprecher der Polizei laut einem Bericht des "Guardian" sagte. Zwei von ihnen befänden sich in einem lebensbedrohlichen Zustand. Die Opfer sind demnach zwischen fünf und zwölf Jahre alt.

Nach Angaben der Angehörigen wurden die Kinder getötet oder verletzt, als sie mit einer herumliegenden Mörsergranate hantierten. Die Kinder hätten eine nicht explodierte Mörsergranate gefunden und sie in die Nähe des Hauses der Familie getragen, berichtete ein Onkel der getöteten Geschwister der Nachrichteagentur AFP. "Sie wussten nicht, was es war und haben versucht, es zu öffnen, als es plötzlich explodierte."

Ein Cousin der Kinder, Mohammed Alam, sagte, er habe eine heftige Explosion gehört. Er sei hingerannt und habe die blutüberströmten Kinder gesehen. Einige der Verletzten verloren nach Angaben der Familie Gliedmaßen. Vier der Getöteten seien Geschwister gewesen. Das Unglück hatte sich am Freitag in der Provinz Farjab ereignet.

Anders als die Angehörigen ging der Polizeisprecher allerdings davon aus, dass die Kinder durch die Explosion einer Mine starben. Sie machen die radikalislamischen Taliban für das Unglück verantwortlich. Die Taliban hatten vergangene Woche das Dorf Koh-e-Sajed erobert, in dem die Kinder lebten. Laut dem Polizeisprecher platzierten sie dort eine Mine an einem Kontrollposten. Die Kinder seien dort vorbeigekommen und von der Mine getroffen worden.

Kinder werden - wie andere Zivilisten auch - immer wieder Opfer des seit Jahren andauernden Konflikts zwischen der Regierung in Kabul und den Taliban. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden im vergangenen Jahr 3179 Kinder getötet oder verletzt - fast ein Drittel der Gesamtzahl der zivilen Opfer war demnach minderjährig. Durch Blindgänger starben im Jahr 2017 der Uno zufolge 142 Kinder. 376 wurden verletzt.

fok/AFP



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