Erdbeben im Hindukusch Mehr als 200 Tote in Afghanistan und Pakistan

Heftige Erdstöße haben die Hindukusch-Region erschüttert: Mittlerweile ist von mindestens 200 Toten die Rede. Die Zahl könnte weiter steigen - viele Regionen sind von der Außenwelt abgeschnitten.

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Nach dem schweren Erdbeben in Afghanistan und Pakistan sprechen die Behörden von immer mehr Todesopfern: In beiden Ländern sind nach jüngsten Angaben mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 1000 wurden verletzt. Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen, hieß es. Viele Landesteile seien von der Außenwelt abgeschnitten. Wegen unterbrochener Telefonverbindungen und der schlechten Infrastruktur in der Region waren genaue Angaben nur schwer zu bekommen.

Das Beben hatte sein Zentrum in der abgelegenen Bergregion Badachschan im Nordosten Afghanistans und erreichte eine Stärke von 7,5. Erschütterungen waren jedoch noch in Hunderten Kilometern Entfernung zu spüren, so auch in Indiens Hauptstadt Neu-Delhi.

Aus vielen Landesteilen Afghanistans kamen Berichte über Schäden. Bei einer Massenpanik in der Provinz Tachar starben zwölf Schülerinnen. Sie wurden von Klassenkameradinnen zu Tode getrampelt, als sie sich ins Freie retten wollten, wie der Chef des örtlichen Katastrophenschutzes sagte. In der Provinz Badachschan wurden etwa 400 Häuser zerstört. Auch in der Hauptstadt Kabul waren heftige Erschütterungen zu spüren.

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Erdbeben: Zerstörung in Pakistan und Afghanistan
In Pakistan kollabierten ebenfalls zahlreiche Gebäude. In der Stadt Peschawar wurden mehr als 150 Menschen in Krankenhäuser gebracht. Am stärksten betroffen war die Provinz Chitral im Norden des Landes.

Indiens Premierminister Narendra Modi bot den betroffenen Regionen Hilfe an. Er betonte, dies gelte auch für Pakistan - dem Erzrivalen Indiens. Erst Stunden vor dem Erdbeben war an der Waffenstillstandslinie zwischen den beiden Atommächten noch geschossen worden, dabei hatte es auf beiden Seiten Tote gegeben.

Zentrum des Erdbebens: Nordosten Afghanistans
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Zentrum des Erdbebens: Nordosten Afghanistans

Die betroffene Region ist das Dreiländereck von Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan. Dort kommt es immer wieder zu schweren Erdbeben. In dem Gebiet schiebt sich die Indische Platte unter die Eurasische Platte, was massive Erschütterungen auslösen kann.

kis/Reuters/AP/dpa/AFP



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