Bombenverdacht bei Airbus-Absturz Großbritannien stoppt Flüge aus Scharm al-Scheich

Noch ist unklar, warum eine russische Passagiermaschine über dem Sinai abstürzte. Britische Behörden halten eine Bombe an Bord für möglich - und stoppen Flüge aus Scharm al-Scheich. Auch Irland stellt die Strecke bis auf Weiteres ein.

DPA

Nach dem Absturz der russischen Passagiermaschine über dem Sinai setzen Großbritannien und Irland alle Flüge von dem ägyptischen Urlauberort Scharm al-Scheich bis auf Weiteres aus. Grund sei die Befürchtung, dass die Maschine mit 224 Menschen an Bord wegen einer Bombe abgestürzt sein könne, teilte das Amt des britischen Premierministers David Cameron mit. Cameron berief für den Abend eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts ein.

"Während die Untersuchungen andauern, können wir nicht endgültig sagen, warum die russische Maschine verunglückte", hieß es in der Stellungnahme. "Aber da mehr und mehr Informationen ans Licht kommen, befürchten wir, dass das Flugzeug möglicherweise durch einen Sprengsatz zu Boden gebracht wurde."

Am Mittwochabend werde es keine weiteren Abflüge in Richtung Großbritannien geben. Zunächst solle britischen Experten Zeit gegeben werden, die Sicherheitsvorkehrungen vor Ort zu prüfen. Die Regierung ging davon aus, dass dies noch am Mittwoch abgeschlossen werde. "Wir betonen, dass es eine Vorsichtsmaßnahme ist", hieß es in der Mitteilung.

Die Entscheidung Irlands, den Flugverkehr mit dem ägyptischen Badeort ebenfalls auszusetzen, gab die irische Luftfahrtaufsicht IAA am Mittwochabend bekannt. Irische Fluggesellschaften hätten entsprechende Anweisungen erhalten.

Eine der Black Boxes beschädigt

Das ägyptische Luftfahrtministerium teilte mit, ein Flugschreiber des Passagierflugzeugs sei beschädigt. Deshalb werde man viel Arbeit investieren müssen, um die Daten auszuwerten. Aus der zweiten Black Box seien die Daten dagegen ausgelesen worden. Die Geräte sollen dabei helfen, den Hergang eines Flugzeugunglücks zu rekonstruieren. Weitere Details gab das Ministerium nicht bekannt.

Bergungsteams weiteten die Suche am Unglücksort deutlich aus. Auf der Sinai-Halbinsel werde nun auf 40 Quadratkilometern statt bisher 30 nach Hinweisen für die Ursache der Katastrophe sowie nach weiteren sterblichen Überresten der Opfer gesucht, sagte Russlands Zivilschutzchef Wladimir Putschkow. Dazu würden auch Drohnen eingesetzt.

Der Airbus A321 der kleinen Gesellschaft Kogalymawia soll am Samstag kurz nach dem Start vom Flughafen in Scharm al-Scheich fast aus Reiseflughöhe praktisch senkrecht zu Boden gestürzt sein.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wurde das Flugzeug nicht von außen getroffen. Auf der Sinai-Halbinsel rund um den Absturzort tobt ein Aufstand IS-naher Extremisten. Der IS hatte sich zu einem Terrorakt bekannt. Bislang hielten Experten das aber für unwahrscheinlich.

sms/sun/dpa/Reuters/AFP



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insgesamt 69 Beiträge
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megamekerer 04.11.2015
1. So ein Quatsch!
Es ist keine Bombe sondern von wie Experten sagen "Einwirkung von Aussen" Also wenn die Terroristen keine derartigen Waffen besitzen eine Flugzeug in diese Hohe zu treffen, dann kann es wohl eine Drohne sein!!!
kenterziege 04.11.2015
2. Die Theorie mit der Bombe ...
... erscheint realistisch. Ein Triebwerk explodiert nicht einfach so. Ein Triebwerl fängt an zu brennen. Dann gibt es dort eine Vorrichtung, das Triebwerk abzusprengen. Da unten in Ägypten gibt es doch viel Widerstand. Es ist einfach Leute ins Sicherheitsnetz zu schleusen. Es sitzen aus deren Sicht sowieso nur Ungläubige im Flugzeug. Man trifft gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Russen, weil die Assad unterstützen und jetzt auch den IS angreifen und die ägyptische Führung, die vielen verhasst ist - auch in Ägypten selbst. Außerdem traue ich dem britischen Geheimdienst Einiges zu.
lemmy 04.11.2015
3. Experten ?
Ein Flugzeug bricht doch nicht wegen eines technischen Defekts in der Luft auseinander. Da gab es doch wohl von Anfang an nur zwei Möglichkeiten: Abschuss oder Bombe. Experten ?
rauschebart 123 04.11.2015
4. Die englischen Zeitungen
berufen sich auf russische Medien und die gehen davon aus, dass es keine Bombe war, sondern ein Motor explodierte. Dort werden u.a. auch ein russischer Arzt am Ort zitiert, der keine Spuren von Sprengstoffen an Leichen oder im Flugzeug fand. Im hinteren Teil des Flugzeuges hätten die Passagiere schwerste Verbrennungen erlitten und wären voll mit Schrapnell. Das es keinerlei Spuren von Sprengstoffen gab, kann man also davon ausgehen, dass es keine bombe war. Genau das berichtet auch die englische Presse.
xtdrive 04.11.2015
5. Schrecklich
Ich vermute auch eine Bombe. Sollte nicht besonders schwierig eine Bombe aufs Vorfeld zu bekommen, im Zweifel per Drohne. Wenn dann noch eine bestimmte Mentalität der Mitarbeiter dazu, dann Gnade und Gott. Die Bombe dann schnell in irgendein Koffer mit rein. Selbst in Deutschland gab es ja schon salafistische Vorfeld-Mitarbeiter. Den nächsten Flug nach Nahost überlege ich mit dreimal.
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