Erdbeben in Alaska "Es war eine Zeitlupen-Katastrophe"

Zerschmetterte Straßen, heruntergefallene Decken: In Alaska hat ein Erdbeben schwere Schäden hinterlassen. Nun versuchen die Bewohner, mit den Folgen zurechtzukommen.

AP

Das schwere Erdbeben in Alaska hat am Freitag mehrere Menschen verletzt und zahlreiche Straßen und Gebäude beschädigt. Das Zentrum des Bebens mit der Stärke 7,0 lag nach Angaben der Geologiebehörde USGS rund 13 Kilometer nördlich der Großstadt Anchorage. US-Präsident Donald Trump rief den Notstand für Alaska aus und machte damit den Weg für Bundesmittel frei.

Die meisten Verletzungen zogen sich Menschen durch zerbrochenes Glas und herunterfallende Gegenstände zu. Hinweise auf Tote gab es nicht. Die Polizei von Anchorage erklärte, das Beben habe "große Infrastrukturschäden" verursacht. "Viele Häuser und Gebäude sind beschädigt", hieß es in einer Mitteilung. "Viele Brücken und Straßen sind gesperrt."

Die Nachrichtenagentur AP zitiert den Anwohner Chris Riekena, der gerade dabei war, seinen siebenjährigen Sohn zur Schule zu fahren, als sein Auto verrücktzuspielen schien. Doch es war nicht das Auto, sondern das Erdbeben: Die Straße vor Riekenas Auto versank plötzlich im Boden. "Es war eine vielleicht 30 oder 40 Sekunden lange Zeitlupen-Katastrophe", sagte Riekena.

Nicht nur Straßen wurden zerstört, auch das Stromnetz brach zeitweise zusammen: Rund zweieinhalb Stunden nach dem Erdbeben waren immer noch bis zu 10.000 Haushalte ohne Strom. Der Flughafen von Anchorage wurde kurzzeitig geschlossen. Auch eine Tsunami-Warnung wurde ausgesprochen, aber bereits nach kurzer Zeit wieder aufgehoben, wie die zuständige US-Meteorologiebehörde NOAA mitteilte.

"Jeder ist aus dem Café gerannt, in dem ich war", berichtete der ortsansässige Reporter Nat Herz auf Twitter über den Moment des Bebens. Die Alarmanlagen von Autos seien losgegangen.

US-Regierungssprecherin Sarah Sanders sagte, Präsident Trump sei informiert worden und beobachte die Schadensmeldungen. Trump wandte sich in einem Tweet an die "Menschen von Alaska". Die Regierung werde "keine Kosten scheuen", versicherte er.

stk/AFP/AP



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