Albino-Monokelkobra Weiße Giftschlange nach tagelanger Jagd gefangen

Tagelang versetzte eine weiße Monokelkobra eine Gemeinde in Kalifornien in Angst. Via Twitter wurde die Jagd nach dem Albino mitverfolgt. Jetzt konnte das Tier gefangen werden. Es sei ein bisschen "nervös", so die Pfleger.

AP/ Los Angeles Zoo/ Ian Recchio/ Curator of Reptiles and Amphibians

Los Angeles - Die Einwohner von Thousand Oaks in Kalifornien können aufatmen: Eine weiße Giftschlange ist nach mehrtägiger Jagd eingefangen worden. Wie der Zoo von San Diego mitteilte, hat die Monokelkobra dort einen neuen Platz gefunden. Zuvor hatte die Giftschlange einige Stunden im Zoo von Los Angeles in Quarantäne verbracht.

Das Tier sei recht "nervös" gewesen, hieß es. "Anfangs war sie nicht glücklich und hat viel gezischt", sagte Reptilienexperte Kim Lovich der "Los Angeles Times". "Aber dann beruhigte sie sich und es wurde einfach ein netter Familienausflug nach San Diego an einem Freitagnachmittag."

Das Geschlecht des Tiers ist noch nicht bekannt, es soll in Kürze ermittelt werden. Auf ihrer Flucht hat sich die Kobra offenbar Schürfwunden zugezogen. Im Zoo von San Diego wird sie nun mit Mäusen und Ratten aufgepäppelt.

"Ein bisschen gereizt, offen gesagt, entnervt"

Die Schlange war am Montag in der Nachbarschaft von Thousand Oaks gesichtet worden. Sie hatte einen Hund gebissen, dessen Leben gerettet werden konnte. Die Tierschutzbehörde warnte alle Anwohner eindringlich, von der giftigen Schlange Abstand zu halten. Mitarbeiter gingen in Straßen und Gärten auf die Suche. Schließlich sichtete ein Autofahrer das Reptil, das kurz darauf in einem Vorgarten neben einem Holzstapel gefangen werden konnte.

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Vermisste Kobra gefunden: "Anfangs hat sie viel gezischt"
Von dem Besitzer der Schlange fehlt bisher jede Spur. Während nach ihr gesucht wurde, machte sie Schlagzeilen. Auf Twitter wurde ein Account mit dem Namen "AlbinoMonocledCobra" eingerichtet. "Es ist vorbei", hieß es dort in einem Tweet nach der Gefangennahme. Am Freitag war bei dem Kurznachrichtendienst zu lesen: "Hier geht das Gerücht umher, dass ich vielleicht in den Zoo von San Diego komme. Wollte immer schon in der Nähe vom Strand leben!"

Kurz darauf twitterten Esoterik-Witzbolde im Namen des Reptils: "Ich fühle mich ein bisschen gereizt, offen gesagt, entnervt. Ich werde mich ein bisschen beruhigen unter diesem Plastikzelt in meinem Käfig und meinem Atem folgen. Namaste."

Monokelkobras sind die am häufigsten in Gefangenschaft gehaltene Kobra-Art - obwohl ihr Biss tödlich sein kann. Zu den Folgen des Giftes zählen Lähmungen, Erbrechen und Schmerzen, ein Schock oder Atemprobleme können binnen Stunden zum Tod führen. Die Schlangenart ist in Südostasien weit verbreitet.

Im Zoo von San Diego soll die Kobra nun auch pädagogischen Zwecken dienen. "Wir wollen, dass sie ihre Geschichte erzählt", sagte Kim Lovich. Und klarstellen, dass es nicht gut ist, Giftschlangen als Haustiere zu halten."

Erst vor wenigen Tagen hatte in den Niederlanden das Verschwinden einer Kapkobra für Aufregung gesorgt: Sie war aus dem Terrarium eines Sammlers in einem Dorf nahe Drimmelen entwichen. Auch diese gefährliche Giftschlange konnte geschnappt werden. Am Samstag fing der Besitzer die etwa 70 Zentimeter lange Kobra wieder ein. Ein Anwohner hatte das Reptil am Morgen aus einer Scheune kriechen sehen und Alarm geschlagen.

ala/dpa



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