Heftige Schneefälle Mehrere Alpen-Orte von der Außenwelt abgeschnitten

Zugverbindungen wurden eingestellt, Menschen in Sicherheit gebracht: In den Alpen ist das Lawinenrisiko aktuell extrem hoch. Alleine in Zermatt sitzen 13.000 Touristen fest.


Nach heftigen Schnee- und Regenfällen steigt in mehreren Alpenregionen die Lawinengefahr. Stark betroffen ist der Schweizer Kanton Wallis, der Touristenort Zermatt ist von der Außenwelt abgeschnitten. Auch in Italien sind zahlreiche Straßen gesperrt, in Teilen der französischen Alpen gilt nach bis zu zwei Metern Neuschnee eine erhöhte Lawinenwarnstufe.

Im Schweizer Ort Visp wurden 20 Menschen in Sicherheit gebracht, weil Schlammmassen ihre Häuser bedrohten, wie die Einsatzbehörden berichteten. Der Zugverkehr von Visp Richtung Zermatt wurde eingestellt. Auch andere Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten.

In Zermatt sind 13.000 Touristen eingeschneit. "An- und Abreisen sind im Moment nicht möglich", sagte Janine Imesch vom Tourismusbüro der Stadt. Am Morgen sei zeitweise der Strom ausgefallen. Die Stimmung sei aber gut. "Der Ort muss nicht evakuiert werden", sagte Imesch. Die Lawinen seien keine akute Gefahr für die Gäste. Zuletzt habe es 1999 eine solche Lage gegeben. "Damit die Räumungsarbeiten reibungslos durchgeführt werden können, bitten wir Sie, in den Gebäuden zu bleiben", hieß es auf der Webseite der Gemeinde.

Für Teile des Wallis, darunter neben Zermatt auch der Wintersportort Saas-Fee, verhängte das Schnee- und Lawinenforschungsinstitut die höchste Lawinen-Gefahrenstufe. Viel Schnee in den vergangenen Wochen und anschließend Föhn mit höheren Temperaturen und Regen hatten zu einer Zuspitzung der Lage geführt.

Auch die italienischen Alpenregionen sind betroffen. Im Wintersportort Sestriere fiel binnen 48 Stunden mehr als zwei Meter Neuschnee. In der Nacht von Montag auf Dienstag stürzte dort eine Lawine in ein fünfstöckiges Apartmentgebäude nahe der Skistation und hinterließ Schneemassen in einigen Wohnungen. Von den 29 Menschen, die sich dort aufhielten, wurde niemand verletzt.

Die Lawinengefahr in zahlreichen Alpenmassiven an der französisch-italienischen Grenze erreichte ein neues Höchstniveau. In Italien sind deswegen zahlreiche Straßen gesperrt, laut italienischen Medien sind etwa 5000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.

Dem französischen Wetterdienst zufolge sind die intensiven Schneefälle ein Ausnahmephänomen, das sich nur einmal in 30 Jahren ereignet. Grund für die Schneemassen im äußersten Norden Italiens sei die hohe Luftfeuchtigkeit in der italienischen Poebene. Erreicht die feuchte Luft die Alpen, kondensiert sie und fällt als Schnee herab.

bbr/AFP/AP/dpa

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