Brasilien Ameisenbären töten Bauern

Fühlt er sich bedrängt, kann auch ein friedlicher Ameisenbär gefährlich werden. Jetzt wurden zwei Fälle bekannt, bei denen brasilianische Bauern ums Leben kamen. Der Lebensraum der Art ist stark geschrumpft.

Große Ameisenbären im Zoo Washington: Messerscharfe Krallen
AP/ Smithsonian National Zoological Park/ Mehgan Murphy

Große Ameisenbären im Zoo Washington: Messerscharfe Krallen


Sao Paulo - In Brasilien sind zwei Begegnungen zwischen Mensch und Großem Ameisenbär tödlich ausgegangen. Einem Bericht der Internetausgabe von "Wilderness and Environmental Medicine" zufolge waren in den vergangenen Jahren zwei brasilianische Bauern von Ameisenbären angegriffen und getötet worden. Die Fälle wurden erst jetzt bekannt, obwohl sie zwei und vier Jahre zurückliegen.

Große Ameisenbären können bis zu zwei Meter lang und 50 Kilogramm schwer werden. Sie leben in Süd- und Mittelamerika, die Art gilt als bedroht. Normalerweise verhalten sie sich Menschen gegenüber friedlich. Wenn sie sich jedoch bedroht fühlen, verteidigen sie sich mit ihren messerscharfen Krallen, mit denen sie sonst in Ameisenhaufen wühlen.

Nach Angaben des Hauptautors der Studie, Vidal Haddad von der Medizinischen Fakultät der Universität im brasilianischen Botucatu, sind derartige Attacken äußerst selten. Doch könnten sie weiter zunehmen, sollte der Lebensraum der Tiere mit den markanten Nasen weiter schrumpfen.

Ameisenbär-Expertin Flavia Miranda ist derweil über den Artikel des US-Fachmagazins wenig glücklich. Sie warnte vor möglichen negativen Folgen für die Ameisenbären: "Schon jetzt gibt es Probleme, weil einige Leute denken, Ameisenbären brächten Unglück, und sie deshalb einfach abschießen", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP.

Andererseits begrüßte sie die Warnungen vor möglichem aggressiven Verhalten der sonst eher friedlichen Tiere: "Ich hatte selbst vor kurzem einen Unfall mit einem Ameisenbär und hätte dabei fast mein Leben gelassen."

abl/afp



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