Anklage wegen Rassenhass: Brigitte Bardot vor Gericht

Brigitte Bardot, radikale Tierschützerin und ehemaliges Sexsymbol, muss sich wegen Anstiftung zum Rassenhass vor Gericht verantworten. In einem Buch schreibt die Französin über Flüchtlinge, die in Kirchen "hinter den Altar scheißen" und warnt vor einer "Islamisierung" Frankreichs.

Bardot: Bereits drei Mal wegen rassistischer Äußerungen verurteilt
AFP

Bardot: Bereits drei Mal wegen rassistischer Äußerungen verurteilt

Paris - In einen dunklen Hosenanzug gekleidet und auf einen Stock gestützt erschien die 69-jährige Diva im Gerichtssaal in Paris, wo sie sich wegen Anstiftung zum Rassenhass verantworten muss. In ihrem Buch "Ein Schrei in der Stille" schreibt die radikale Tierschützerin unter anderem über Flüchtlinge, die "unsere Kirchen schänden und stürmen, um sie in menschliche Schweineställe zu verwandeln, hinter den Altar scheißen". Zudem warnt sie vor einer "Islamisierung" Frankreichs, zieht gegen moderne Kunst und Architektur zu Felde. Auch Tempolimits oder Rave-Partys kritisiert die Diva und schwärmt von einer vergangenen Zeit mit "menschlichen Dimensionen, einfach, bezaubernd, ohne Gewalt und Pornografie, ohne Konsum um jeden Preis".

Die Bewegung gegen Rassismus und für Völkerfreundschaft MRAP bezeichnete das Buch als "Lawine aus Schmutz und Hass" und erstattete Anzeige. Es gebe Passagen, so die Argumentation der Organisation, die "in der Tradition der Propaganda des Dritten Reichs" stünden. Rassismus sei keine Meinung, sondern eine Straftat, begründete die MRAR die Anzeige. Bardot wurde laut MRAP bereits drei Mal wegen rassistischer Äußerungen verurteilt, unter anderem im Zusammenhang mit ihrem Tierschutzengagement gegen das rituelle Schächten von Schafen.

Bardot hatte kurz nach der Veröffentlichung des Buches den Vorwurf des Rassismus und des Fremdenhasses zurückgewiesen. Ihr Verlag Editions du Rocher hat von dem Buch mehr als 275.000 Exemplare verkauft, es war den Angaben zufolge das erfolgreichste französische Buch des vergangenen Jahres.

Mit einem Urteil wird in einigen Wochen gerechnet.

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