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19. Januar 2013, 13:11 Uhr

Anschlag auf Moskauer Ballett-Direktor

Erste Hinweise auf Säure-Attentäter

Nach dem Säureanschlag auf den Ballettchef des berühmten Moskauer Bolschoi-Theaters gibt es erste Hinweise auf den maskierten Täter. Laut Kreml vermuten die Ermittler als Motiv für die ätzende Attacke einen Konkurrenzkampf.

Hamburg - Sergej Filin hatte keine Chance. Der Ballettchef des weltberühmten Moskauer Bolschoi-Theaters erlitt schwere Verletzungen, als er von einem Unbekannten mit Säure übergossen wurde. Russische Ärzte haben den 42-Jährigen inzwischen operiert. Ob der Künstler seine volle Sehkraft wiedererlange, stehe erst in zwei Wochen fest, sagte Chefarzt Alexander Mititschkin am Samstag der Agentur Interfax.

"Sein Zustand ist stabil, er liegt nicht mehr auf der Intensivstation", sagte Mititschkin. Da Filin zu Wochenbeginn erneut an der Augen-Hornhaut operiert werden müsse, verschiebe sich die Pflege in einem belgischen Militärhospital auf unbestimmte Zeit. Dort werde die verätzte Kopfhaut des Tänzers behandelt, sagte Mititschkin.

Die Polizei sprach unterdessen von ersten Hinweisen auf den unbekannten Täter. Am Tatort sei das Gefäß gefunden worden, aus dem der Maskierte am Donnerstagabend Filin vor dessen Haus Säure ins Gesicht geschüttet habe, sagte ein Behördensprecher.

In Absprache mit dem Kreml habe Vizeregierungschefin Olga Golodez persönlich die Kontrolle über den Fall übernommen, hieß es. Als wahrscheinlichstes Motiv verfolge die Polizei einen Konkurrenzkampf. "Irgendjemand will sich dafür rächen, dass Sergej im Bolschoi-Theater etwas aufbauen will", sagte Filins Schwiegervater Alexander Prorowitsch. Auch das russische Feuilleton zeigte sich entsetzt über den Anschlag.

jjc/dpa

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