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13. Mai 2003, 07:55 Uhr

Antiterrorübung in USA

Angriff mit Atom- und Biowaffen simuliert

In den USA hat die größte Antiterrorübung der letzten Jahre begonnen. Tausende Menschen spielen in den kommenden fünf Tagen die Horrorszenarios nach Biowaffen- oder radioaktiven Anschlägen durch - selbst an ein Double des Präsidenten wurde gedacht.

Simulierter Anschlag in Seattle: Die Übung soll möglichst realitätsnah ablaufen
AP

Simulierter Anschlag in Seattle: Die Übung soll möglichst realitätsnah ablaufen

Seattle - Hunderte Feuerwehrleute, Polizisten und Mitarbeiter von Rettungsdiensten haben sich in Seattle im US-Staat Washington an der ersten groß angelegten Antiterrorübung beteiligt. Es ist der erste Test seit den Anschlägen auf das WTC in New York und das Pentagon in Washington vom 11. September 2001. Die fünftägige Übung, die auch das Szenario eines Angriffs mit Biowaffen in Chicago vorsieht, wird vom Ministerium für Heimatschutz geleitet. An ihr nehmen insgesamt mehr als 8500 Beschäftigte staatlicher Behörden und des Roten Kreuzes teil, die Kosten werden auf 16 Millionen Dollar (13,8 Millionen Euro) geschätzt.

Brennendes Auto auf einer aufgerissenen Straße: Täuschend echt wirken die Bilder, die in Seattle aufgenommen wurden
AP

Brennendes Auto auf einer aufgerissenen Straße: Täuschend echt wirken die Bilder, die in Seattle aufgenommen wurden

Die Übung in Seattle am Montag begann mit der simulierten Explosion einer radioaktiven Autobombe in einem Industriegebiet. Freiwillige im 65 Kilometer entfernten Tacoma simulierten einen zweiten, ähnlichen Anschlag mit nachfolgender Geiselnahme. Für die "Topoff 2" genannte Übung, die möglichst realitätsnah ablaufen soll, wurde ein 200-seitiges Drehbuch geschrieben.

Rund 16 Millionen Dollar soll die fünftägige Anti-Terror-Übung kosten
AFP

Rund 16 Millionen Dollar soll die fünftägige Anti-Terror-Übung kosten

Auch an Doubles für Präsident George W. Bush, Vizepräsident Dick Cheney und Präsidentensprecher Ari Fleischer wurde gedacht. Hunderte Beobachter wollen die Übungen begleiten und ihre Erkenntnisse zur späteren Auswertung festhalten.

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