Zootiere in Argentinien Ein Anwalt für Elefanten

Ein argentinischer Anwalt hat drei gewichtige Mandanten: Mara, Kuki und Pupi. Die Elefanten fristeten bislang in einem ehemaligen Zoo ihr Dasein - der Rechtsbeistand soll ihnen nun zu einem besseren Leben verhelfen.

AFP

Andres Gil Dominguez hat eine Mission. Der Anwalt aus Argentinien ist damit beauftragt worden, drei Zoo-Elefanten zu vertreten. Sein Ziel: Mara, Kuki und Pupi sollen aus ihrem Gehege in Buenos Aires in einen Wildpark umziehen, damit sie endlich eine artgerechte Umgebung bekommen.

"Das Einsperren der Elefanten verletzt ihre Rechte und stellt eine strafbare Misshandlung dar", sagte Gil Dominguez. Der Fall erinnert an die Orang-Utan-Dame Sandra. 2014 hatte ein argentinisches Gericht entschieden, dass sie einige der Rechte für sich beanspruchen könne, die auch Menschen haben.

Sandra und die Elefanten haben die meiste Zeit ihres Lebens in einem 140 Jahre alten Zoo verbracht, der dieses Jahr geschlossen wurde. Die Stadt will daraus einen Ökopark machen. Hunderte Tiere sollen abgegeben oder ausgewildert werden. Bei den Elefanten gab es Bedenken: Sie hätten in freier Wildbahn keine Chance zu überleben, hieß es.

"Diese Tiere wurden in Gefangenschaft geboren oder haben die meiste Zeit ihres Lebens so verbracht", sagte Rosario Rosario Espina, "Direktorin für das Tierwohl" in dem ehemaligen Tierpark. Man könne ihre Situation durch Änderungen in der Infrastruktur und Haltung verbessern. "Aber man kann sie nicht freilassen, weil sie sterben würden."

Viele Gehege des ehemaligen Zoos gelten als nicht mehr zeitgemäß. Das der drei Elefanten etwa ist es sehr klein und liegt in der Nähe stark befahrener Straßen.

Mara ist 52 Jahre alt, stammt aus Asien und wurde aus einem Zirkus gerettet. Laut Espina sehen Experten bei dem Tier besonders schlechte Chancen, in der Wildnis zu überleben. Besser sehe es für Kuki und Pupi aus, beide aus Afrika und in ihren Dreißigern.

Aber selbst bei ihnen müsse man Gesundheitstest machen, den richtigen Platz für die Tiere finden und eine Erlaubnis bekommen, sie wegzubringen. Insgesamt könne das gut zwei Jahre dauern, sagte Espina.

Vorerst will der zum Ökopark umgewandelte Zoo den Elefanten durch Verbesserungen am Gehege helfen.

ulz/AP



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