Anzahlung für Luxusvilla: Russischer Milliardär verzockt 39 Millionen Euro

Er zahlte fast 40 Millionen Euro für das Kaufrecht an einer französischen Luxusvilla. Dann wollte der russische Multimilliardär Michail Prochorow die Immobilie nicht mehr und forderte die Anzahlung zurück. Doch er hatte nicht mit der dickköpfigen Eigentümerin gerechnet.

Kampf um Luxusimmobilie: Villa oder Villa nicht? Fotos
AFP

Paris - Pech für den russischen Milliardär Michail Prochorow: Rund 39 Millionen Euro überwies der Finanzier als Anzahlung für eine prachtvolle Villa an der französischen Côte d'Azur. Für das Luxusanwesen in Villefranche-sur-Mer wollte der Unternehmer die Rekordsumme von 370 Millionen berappen - davon allein 19,5 Millionen für das Mobiliar.

Im Sommer 2008 hatte Prochorow den Kaufvertrag für die in einem riesigen Olivenhain gelegene Prachtvilla unterzeichnet. Doch schon wenige Tage später änderte er der Eigentümerin Lily Safra zufolge seine Meinung und verlangte das Geld zurück. Als die Bankierswitwe sich weigerte, die Anzahlung zurückzuerstatten, rief der Russe das Gericht in Nizza an.

Die französische Justiz gab nun der Witwe recht. Wie Safras Anwalt am Montag in Nizza mitteilte, darf sie die Anzahlung des Multimilliardärs behalten. Doch damit nicht genug: Prochorow, Besitzer des mächtigen Investmentfonds Onexim, muss der Witwe außerdem Zinsen in Höhe von 1,5 Millionen Euro zahlen.

"Fristgerecht und gesetzesmäßig"

Prochorows Anwalt Denis Schemla sagte der russischen Nachrichtenagentur "Ria Nowosti", es sei noch nicht klar, ob sein Mandant in Berufung gehen und eine höhere Instanz anrufen werde. Schemla hatte argumentiert, dass Prochorow fristgerecht und gesetzesmäßig seinen Rückzug aus dem Immobiliengeschäft angekündigt habe.

Die "Villa Leopolda" hatte der damalige belgische König Leopold II. im Jahre 1902 bauen lassen. In den fünfziger Jahren erwarb sie Giovanni Agnelli, Besitzer des Fiat-Konzerns, der sie später an den libanesischen Bankier Edmond Safra veräußerte. Nach dessen Tod bei einer Brandstiftung in seiner Wohnung im Fürstentum Monaco 1999 erbte seine Witwe die Villa. Die kündigte jetzt an, sie werde die gesamte Summe für die medizinische Forschung in Frankreich und den USA spenden.

Michail Prochorow ist einer der drei reichsten Männer in Russland. Seine Onexim-Gruppe ist einer der größten privaten Investmentfonds im Land, tätig in den Bereichen Erzbergbau, Immobilien, Energiewirtschaft sowie Nano-Technik.

ala/AFP

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