April-Wetter Der Winter kommt zurück

Ein Kälteeinbruch mit heftigem Schneefall hat in Nordeuropa für Verkehrschaos und Stromausfälle gesorgt. In Deutschland war es vielerorts sehr stürmisch. Für die Ostertage rechnen Meteorologen mit Regen und Kälte - stellenweise soll es sogar Frost und Schnee geben.

AFP

London - In großen Teilen Großbritanniens hat es an diesem Mittwoch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt den zweiten Tag in Folge geschneit. Heftige Schnee- und Regenfälle sowie starker Wind führten zu Störungen im Straßen-, Zug- und Schiffsverkehr. In Schottland waren fast 20.000 Haushalte ohne Strom, in Nordirland sogar mehr als 45.000.

Bei Londonderry in Nordirland wurden mehr als 300 Menschen aus ihren Fahrzeugen gerettet, die in der Nacht im Schnee steckengeblieben waren. Im schottischen Edinburgh waren nach Überschwemmungen und Erdrutschen mehrere Bahnlinien unterbrochen.

Im Süden Schottlands kam eine 17-jährige Schülerin ums Leben, als ein Bus mit 39 Kindern und sechs Erwachsenen an Bord von der Straße abkam und in einen Bach stürzte. Zwölf weitere Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt, vier von ihnen schwer.

In Deutschland herrschte am Mittwoch bereits sprichwörtliches Aprilwetter: Im Norden ließ sich immer mal wieder kurz die Sonne blicken, vor allem im Westen und Südwesten des Landes war es sehr stürmisch, mit kurzen Graupelschauern und Platzregen. "Im Ruhrgebiet wurden Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 85 Stundenkilometer gemessen, in Würzburg sogar bis zu 91 km/h", sagte Andreas Wagner von der Meteomedia-Unwetterzentrale SPIEGEL ONLINE.

Frost und Schnee an Ostern

In der Nacht war bereits eine Gewitterlinie über Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein hinweggezogen. Die Hamburger Feuerwehr musste zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. 250 Ampeln im gesamten Stadtgebiet waren nach einem Blitzschlag von Störungen betroffen. In der Notaufnahme des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf gab es eine Netzwerkstörung, weshalb die Notaufnahme zwischenzeitlich nicht von Rettungswagen angefahren wurde.

In den kommenden Tagen bleibt es laut Meteomedia wechselhaft und frisch. "Aus dem Westen, vor allem aus dem isländischen Raum, kommt sehr kühle Meeresluft zu uns", so Meteorologe Wagner. "Verantwortlich ist Tief 'Kerstin', das von der Nordsee kühle Schauerluft zu uns lenkt".

Am Donnerstag erreichen die Thermometer demnach in weiten Landesteilen gerade mal die Zehn-Grad-Marke. "In der Nacht zu Karfreitag kann es sogar Frost geben", prognostiziert Wagner. Man solle sich mit dem Pflanzen von Blumen im Garten und auf dem Balkon besser noch gedulden. "In Mittelgebirgen kann es Schneeregen geben, vielleicht zieht dieser sogar bis in die Tiefebenen hinein."

Am Wochenende erreichen die Temperaturen dem Wetterexperten zufolge voraussichtlich maximal 10 bis 14 Grad. "Das ist aber alles ganz normal für diese Jahreszeit", sagt Wagner.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet in den Alpen mit kräftigem Neuschnee von bis zu 20 Zentimetern und auch am Alpenrand mit tiefwinterlichen Verhältnissen. Aber auch in Westdeutschland kann es an den Ostertagen Schnee, Regen, Schauer und Graupel geben.

siu/AFP/ddp



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