Kollision in Argentinien Tote und Dutzende Verletzte bei Zugunglück

Ein Personenzug ist in Argentinien auf einen anderen Zug aufgefahren. Dabei starben mehrere Menschen, Dutzende wurden verletzt. Auf der Strecke hatte es erst im vergangenen Jahr ein verheerendes Unglück gegeben.

Rettungskräfte am Unglücksort: Züge ineinander verkeilt
AP

Rettungskräfte am Unglücksort: Züge ineinander verkeilt


Morón - Noch sind nicht alle Toten geborgen: Beim Zusammenstoß zweier Züge sind in Argentinien mehrere Menschen gestorben. Zudem wurden 50 bis 60 Personen verletzt, sagte der Bürgermeister der nahe der Unglücksstelle gelegenen Ortschaft Morón, Lucas Ghi. Hubschrauber und Krankenwagen brachten Verletzte in Kliniken.

Ein Pendlerzug war auf den anderen Zug geprallt, der zwischen zwei Haltestellen auf freier Strecke stand. Bislang ist unklar, warum die Bahn dort hielt. Es ist auch nicht geklärt, warum der Personenzug nicht mehr bremsen konnte.

Das Unglück ereignete sich am frühen Morgen nahe dem Bahnhof von Castelar westlich von Buenos Aires. Anwohner halfen gemeinsam mit Rettungskräften, Verletzte aus den Waggons zu befreien. "Es gab einen lauten Krach, und alle sind hingefallen, die Leute standen unter Schock und weinten", berichtete eine 26-jährige Reisende.

Ein Gewerkschafter teilte mit, der Pendlerzug sei erst kürzlich wieder in Betrieb genommen worden, nachdem er sechs Monate nicht eingesetzt worden war. Demnach wurden in der Zeit neue Bremsen installiert. Der Zug sei dann für den Einsatz im Personenverkehr freigegeben worden.

Der Zusammenstoß ereignete sich auf der Sarmiento-Bahnstrecke. Dort waren beim bislang schwersten Bahnunglück in der Geschichte Argentiniens im Februar vergangenen Jahres 51 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 700 verletzt worden.

Wegen dieses Unfalls müssen sich mehrere Männer vor Gericht verantworten. Insbesondere zwei Brüder stehen im Fokus. Sie sollen die Firmen führen, die für die Wartung der Züge zuständig sind. Eines der Unternehmen soll auch die Bremsen des Zuges erneuert haben, der nun verunglückte.

ulz/AFP/AP



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