Illegaler Fischfang Argentinische Küstenwache versenkt chinesisches Schiff

Die argentinische Küstenwache hat einen chinesischen Trawler versenkt. Vorausgegangen waren mehrere Aufforderungen zum Beidrehen und ein Warnschuss. Die Crew konnte gerettet werden.

AFP/ Argentinian Naval Command

Das chinesische Schiff "Lu Yan Yuan Yu 10" ist am Sonntag vor der Küste Patagoniens von der argentinischen Küstenwache beim illegalen Fischfang erwischt worden. Der Kapitän des 66 Meter langen Schiffs habe trotz mehrfacher Aufforderung nicht beigedreht, sagte ein Behördensprecher.

Im Gegenteil, das chinesische Schiff habe versucht, das Küstenschutzboot zu rammen und in internationale Gewässer zu entkommen. Daraufhin sei zunächst ein Schuss vor den Bug abgegeben worden. Als sich "Lu Yan Yuan Yu 10" auch dadurch nicht stoppen ließ, habe man das Schiff beschossen und versenkt.

Zum Tatzeitpunkt befand sich das Schiff der Marine zufolge vor der Küste von Puerto Madryn, rund 1460 Kilometer südlich von Buenos Aires. Die meisten Besatzungsmitglieder seien von einem anderen chinesischen Fischtrawler übernommen worden.

Nur der Kapitän und vier weitere Besatzungsmitglieder wurden von den Argentiniern aus dem Meer gerettet. Sie sollten auf Anweisung eines Bundesrichters nach Puerto Madryn gebracht werden. Dem Kapitän droht ein Strafverfahren in Argentinien.

Argentinien beansprucht eine 200-Meilen-Zone als seine exklusive Wirtschaftszone. Die chinesische Regierung zeigte sich nach dem Vorfall besorgt und forderte Argentinien auf, eine Untersuchung einzuleiten.

ala/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.