#MeToo-Vorkämpferin Asia Argento soll sich an einem Minderjährigen vergangen haben

Asia Argento ist eine der prominenten Frauen, die Ex-Hollywoodmogul Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen haben. Nun wird bekannt: Sie selbst soll sich mit einem Beschuldiger außergerichtlich geeinigt haben.

Jimmy Bennett (links) und Asia Argento
AFP

Jimmy Bennett (links) und Asia Argento


Die Schauspielerin Asia Argento soll sich im Jahr 2013 an einem damals 17-Jährigen vergangen haben. Das berichtet die "New York Times" und beruft sich dabei auf anonyme Quellen und Dokumente einer außergerichtlichen Einigung. Dazu gehört demnach auch eine Zahlung von 380.000 Dollar.

Die Aufarbeitung der Vorwürfe um Argento und ihr mutmaßliches Opfer, Schauspieler Jimmy Bennett, begann laut "New York Times" im November 2017. Argento gehörte in den Wochen davor zu den ersten Frauen, die von Übergriffen durch den Produzenten Harvey Weinstein berichteten. Anschließend wurde die 42-Jährige eine der prominentesten Fürsprecherinnen der #MeToo-Bewegung gegen sexualisierte Gewalt.

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Asia Argento: Einigung für 380.000 Dollar

Zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Übergriffs war Bennett demnach 17 Jahre alt, Argento 37. Bennett stellt das Geschehen in den Dokumenten laut dem Bericht so dar: Er und Argento hätten sich im Mai 2013 in einem Hotel in Kalifornien getroffen. Sie habe ihm Alkohol gegeben. Später habe sie ihn geküsst, aufs Bett geworfen und Oralsex an ihm vorgenommen. Dann habe sie sich auf ihn gelegt, und sie hätten Geschlechtsverkehr gehabt.

Danach soll Argento den Jugendlichen gebeten haben, Fotos zu machen. Einige der Bilder liegen der "New York Times" nach eigenen Angaben vor. Auf der Fahrt nach Hause habe sich Bennett verwirrt, beschämt und geekelt gefühlt. Die Erfahrung habe ihn traumatisiert und seiner Karriere geschadet.

Das Mindestalter für sexuelle Handlungen liegt in Kalifornien bei 18 Jahren. Keiner der Beteiligten wollte die Vorwürfe kommentieren, heißt es in dem Bericht.

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Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung: Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein

Argento hatte dem "New Yorker" im vergangenen Oktober erzählt, Weinstein habe sie bei 1997 bei den Filmfestspielen von Cannes zum Oralverkehr gezwungen. Ihre Vorwürfe wiederholte sie bei dem Festival im Mai während einer Rede. Sie sprach von einer Vergewaltigung; Weinstein hat die Vorwürfe bestritten.

Für Bennett sei es unerträglich gewesen, dass sich Argento als Opfer sexualisierter Gewalt präsentierte, schrieb sein Anwalt laut "New York Times". Ihr Auftritte hätten die Erinnerungen an das Treffen im Hotelzimmer wachgerufen.

Wie eine Mutter

Bennett und Argento verbindet eine langjährige Beziehung. Sie sei wie eine Mutter und Mentorin für Bennett gewesen, heißt es in den Dokumenten. Im Jahr 2004 erschien der Film "The Heart Is Deceitful Above All Things", in dem Argento die Mutter von Bennett spielt. Er war damals sieben Jahre alt.

Infolge des mutmaßlichen Übergriffes soll Bennett 3,5 Millionen US-Dollar Schaden erlitten haben, wie er in den Dokumenten angibt. Er macht unter anderem emotionalen Schmerz und entgangene Einkünfte geltend.

In den fünf Jahren vor dem Treffen im Jahr 2013 habe er mehr als 2,7 Millionen US-Dollar eingenommen. Später nur knapp 60.000 Dollar im Jahr. Das, so argumentiert er, liege auch an dem Trauma, das er nach dem Treffen mit Argento erlitten habe.


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Asia Argento habe Schweigegeld bezahlt. Tatsächlich heißt es laut "New York Times" in einem Schreiben von Argentos Anwältin, dass die Einigung Bennett nicht verbieten könne, darüber zu sprechen. Das sähe das Gesetz in Kalifornien in diesem Fall nicht vor. Allerdings könne Bennett sie nun nicht mehr verklagen. Wir haben die Stelle im Vorspann daher angepasst.

jpz/AP

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