Bruchlandung in San Francisco: Passagiere mussten im Unglücks-Jet sitzen bleiben

Asiana-Unglück: 90 lange Sekunden Fotos
REUTERS/Eugene Anthony Rah

Nach der Bruchlandung einer Boeing 777 in San Francisco mussten die Passagiere 90 Sekunden lang in der Maschine bleiben - erst dann entschlossen sich die Piloten zur Evakuierung. Die Crew habe erst Rücksprache mit dem Tower halten wollen, berichtet die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB.

San Francisco - Die Evakuierung der bruchgelandeten Asiana-Maschine auf dem Flughafen von San Francisco verlief offenbar nicht so reibungslos wie zunächst angenommen. Der US-Transportsicherheitsbehörde NTSB zufolge forderten die Piloten nach dem Crash die Passagiere auf, in der Maschine zu bleiben.

Erst nach 90 Sekunden habe es die Anordnung gegeben, das schwer beschädigte Flugzeug zu verlassen. Zuvor hatte eine Stewardess außerhalb der Maschine Feuer entdeckt. Weitere 30 Sekunden später waren die ersten Rettungsfahrzeuge an der Unglücksstelle.

Nach Angaben der Behörde kam es zu der Verzögerung, weil einer der Piloten routinemäßig Rücksprache mit dem Tower halten wollte. NTSB-Chefin Deborah Hersman betonte, dies müsse nicht zwingend ein Problem sein - eine sofortige Evakuierung sei nicht immer das richtige Vorgehen; auch andere Piloten hätten bei vergleichbaren Unfällen in der Vergangenheit ähnlich gehandelt.

Hersman sagte, nach Angaben der Flugbegleiter habe es zunächst kein Feuer innerhalb der Kabine gegeben. Erst nach Beginn der Evakuierung sei auch im Inneren der Maschine ein Brand ausgebrochen, den das Bordpersonal mit Feuerlöschern bekämpft habe.

Pilot möglicherweise mit Laser geblendet

Um die Zusammenarbeit der Crew während des Fluges zu analysieren, führte die NTSB Gespräche mit allen vier Piloten an Bord. Dabei erwähnte einer von ihnen, er sei auf einer Höhe von 500 Fuß - also 34 Sekunden vor dem Aufschlag - von einem grellen Licht geblendet worden. Hersman zufolge schließt die Behörde nicht aus, dass es sich um einen Laser gehandelt habe. Es sei aber unklar, ob der Lichteffekt eine Rolle bei dem Unglück gespielt habe.

Bei dem Crash am Samstag waren zwei 16-jährige Mädchen ums Leben gekommen. 305 Passagiere überlebten, mehr als 180 wurden verletzt.

rls/AP/Reuters

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1. Nachrichtenwert gleich 0
dideldidumbnet 11.07.2013
Wow 90 Sekunden sitzen bleiben? Klickjournalismus pur....
2. optional
LH526 11.07.2013
Und wo genau ist jetzt die Nachricht, wenn sie sich selbst im dritten Absatz relativiert? Bevor die Paxe hektisch in ein Feuer rutschen oder auf den Taxiways rund um den Unglücksort Flugzeuge rollen, ist es sinnvoll erstmal die Lage zu sondieren, 90 sekunden ist trotzdem schon recht lange. Wenn hinten natürlich Feuer, Panik und Rauch ist, spricht wenig gegen ein sofortiges Evakuieren (dabei natürlich die Türen geschlossen halten, deren Rutsche die auf Trümmer oder Feuer führen)
3. Wohl nicht so genau zugehört?
svenni1064 11.07.2013
Es geht um Flugbegleiter, nicht Stewardessen, und der, der das Feuer meldete (aus dem Cockpit kann man das nicht sehen), war der Chef der Ecokabine. Im übrigen gab es noch etwas interessantes: Eine der beiden Chinesinnen wurde aus dem Flugzeug herausgeschleudert, obwohl der Sitz weiter an seinem angestammten Platz war. Die war also nicht angeschnallt. Und was noch wichtiger war: 2 der Notrutschen haben sich bereits vor dem Öffnen der Türen nach innen aufgeblasen, und zwei Flugbegleiter eingeklemmt und verletzt. Es ist leider nichts zu dem Thema gesagt worden, durch welche Türen die Passagiere und Crew die Maschine verlassen haben und warum eine der Türen (4L) außerhalb der Maschine auf dem Boden lag.
4. Fette Schlagzeile!
cyn 11.07.2013
Die armen Passagiere! 90 Sekunden! Warum nicht sofort "Türen auf und raus!!" ? Das sind so die Gedanken, die der Artikel transportiert. Dem unbedarften Leser ist damit nicht geholfen, der Nachrichtenwert nil. Danke SPON. Bitte führt ne paywall ein und versteckt solchen Journalismus dahinter.
5. warum mit solchen airlines fliegen?
gruenbonz 11.07.2013
die noch nicht mal in der Lage sind, Piloten richtig zu schulen?
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