Bruchlandung in San Francisco: Passagiere mussten im Unglücks-Jet sitzen bleiben
Nach der Bruchlandung einer Boeing 777 in San Francisco mussten die Passagiere 90 Sekunden lang in der Maschine bleiben - erst dann entschlossen sich die Piloten zur Evakuierung. Die Crew habe erst Rücksprache mit dem Tower halten wollen, berichtet die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB.
San Francisco - Die Evakuierung der bruchgelandeten Asiana-Maschine auf dem Flughafen von San Francisco verlief offenbar nicht so reibungslos wie zunächst angenommen. Der US-Transportsicherheitsbehörde NTSB zufolge forderten die Piloten nach dem Crash die Passagiere auf, in der Maschine zu bleiben.
Erst nach 90 Sekunden habe es die Anordnung gegeben, das schwer beschädigte Flugzeug zu verlassen. Zuvor hatte eine Stewardess außerhalb der Maschine Feuer entdeckt. Weitere 30 Sekunden später waren die ersten Rettungsfahrzeuge an der Unglücksstelle.
Nach Angaben der Behörde kam es zu der Verzögerung, weil einer der Piloten routinemäßig Rücksprache mit dem Tower halten wollte. NTSB-Chefin Deborah Hersman betonte, dies müsse nicht zwingend ein Problem sein - eine sofortige Evakuierung sei nicht immer das richtige Vorgehen; auch andere Piloten hätten bei vergleichbaren Unfällen in der Vergangenheit ähnlich gehandelt.
Hersman sagte, nach Angaben der Flugbegleiter habe es zunächst kein Feuer innerhalb der Kabine gegeben. Erst nach Beginn der Evakuierung sei auch im Inneren der Maschine ein Brand ausgebrochen, den das Bordpersonal mit Feuerlöschern bekämpft habe.
Pilot möglicherweise mit Laser geblendet
Um die Zusammenarbeit der Crew während des Fluges zu analysieren, führte die NTSB Gespräche mit allen vier Piloten an Bord. Dabei erwähnte einer von ihnen, er sei auf einer Höhe von 500 Fuß - also 34 Sekunden vor dem Aufschlag - von einem grellen Licht geblendet worden. Hersman zufolge schließt die Behörde nicht aus, dass es sich um einen Laser gehandelt habe. Es sei aber unklar, ob der Lichteffekt eine Rolle bei dem Unglück gespielt habe.
Bei dem Crash am Samstag waren zwei 16-jährige Mädchen ums Leben gekommen. 305 Passagiere überlebten, mehr als 180 wurden verletzt.
rls/AP/Reuters
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