Athen: Bus-Kidnapper lassen mehrere Geiseln frei

Bewegung im Athener Geiseldrama: Einige Geiseln haben den Bus verlassen, den Unbekannte am Morgen in einem Athener Vorort gekapert haben. Die Kidnapper haben gedroht, den Bus in die Luft zu sprengen. In der Gewalt der Unbekannten befinden sich Berichten zufolge noch 19 Passagiere.



Eine weibliche Geisel darf den Bus verlassen: Mit erhobenen Händen tritt sie auf die Straße
AP

Eine weibliche Geisel darf den Bus verlassen: Mit erhobenen Händen tritt sie auf die Straße

Athen - Aus Polizeikreisen hieß es, die Täter forderten eine Million Dollar Lösegeld und ein Flugzeug, um das Land verlassen zu können. Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Eine Bestätigung von Seiten der Regierung gibt es bislang nicht.

Mehrere Geiseln sind inzwischen frei. Ein 55-jähriger Mann mit Herzproblemen konnte aus dem Bus entkommen, sagte eine Journalistin dem Nachrichtensender n-tv. Er habe sehr langsam den Bus verlassen und sich außerhalb der Absperrungen in Sicherheit gebracht. Offensichtlich hatten ihm die Geiselnehmer gestattet, den Bus zu verlassen. Die Geiselnehmer hätten zudem versprochen, dass die weiblichen Geiseln freigelassen würden, sobald ein Fahrer zur Verfügung gestellt werde, sagte die Journalistin. Wenig später verließen ein Mann und zwei Frauen den Bus. Inzwischen haben die Entführer noch eine Frau und einen Mann aus dem Bus aussteigen lassen.

Auch Stunden nach Beginn der Geiselnahme herrscht Unklarheit über die Identität der Täter. Zunächst hieß es, die Männer seien Albaner und forderten freie Fahrt nach Albanien. Später wurde gemeldet, bei den Entführern des Busses handele es sich um russisch-sprachige Täter.

Entführter Bus: Angeblich wollen die Kidnapper nach Russland
REUTERS

Entführter Bus: Angeblich wollen die Kidnapper nach Russland

Einer der Entführer, der seinen Namen mit Hassan angab, erklärte im Rundfunk, er sei Russe. Den Meldungen zufolge fordern die Kidnapper freie Fahrt zum Flughafen, von wo aus sie nach Russland fliegen wollen. Die Männer drohten, den Bus zu sprengen, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

Die Entführer schossen mindestens zwei Mal auf Polizisten. Im Inneren des Busses wurden ebenfalls mehrere Schüsse abgegeben. Die Kidnapper seien mit mindestens einer Schrotflinte bewaffnet und behaupteten, sie hätten auch Sprengstoff dabei, verlautete aus Regierungskreisen.

Die Täter hatten den Bus im Morgengrauen in ihre Gewalt gebracht und die Fahrgäste aufgefordert, ihre Handys auszuschalten sowie die Vorhänge vor den Fenstern zuzuziehen. Die Polizei umstellte den Bus etwa 17 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Dem Fahrer und dem Kontrolleur des Busses soll die Flucht gelungen sein. Nun fordern die Geiselnehmer einen neuen Fahrer. Die Verhandlungen seien im Gange, sagte Nikos Koutsogeorgas, der Chef der Busgesellschaft.

Der Bus war auf dem Weg von Marathon östlich von Athen ins Stadtzentrum, als die Kidnapper den Bus stoppten. Die Polizei riegelte die Autobahn zwischen Athen und Marathon ab.

Vor vier Jahren war eine Busentführung in Griechenland glimpflich zu Ende gegangen. Ein als psychisch gestört beschriebener Mann hatte damals einen Touristenbus mit 35 Insassen, darunter 33 Touristen aus Japan, in seine Gewalt gebracht. Nach einer mehrstündigen Irrfahrt hatte sich der Entführer ergeben, der zuvor seine Schwiegermutter und einen 43-jährigen Mann erschossen hatte.

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