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Cricket-Star vs. TV-Reporterin: "Jetzt werd mal nicht rot, Baby"

Cricket-Star Gayle: Belästigung am Arbeitsplatz Zur Großansicht
AFP

Cricket-Star Gayle: Belästigung am Arbeitsplatz

Der Cricket-Star Chris Gayle baggerte live im australischen Fernsehen eine Reporterin an. Nach Sexismus-Vorwürfen entschuldigt er sich - halbherzig.

Es war eine Szene, die für TV-Zuschauer in Australien zunächst nichts Ungewöhnliches verhieß: In einem Cricket-Spiel führten die Melbourne Renegades gegen die Hobart Hurricanes. Cricket ist in Australien ähnlich beliebt wie in Deutschland Fußball. TV-Reporterin Mel McLoughlin empfing Melbourne-Spieler Chris Gayle zum kurzen Live-Interview an der Seitenlinie. Doch Gayle stand der Sinn nicht nach Cricket-Talk - er wollte flirten.

Und so baggerte er die attraktive Journalistin breit grinsend an. "Es ist sehr schön, zum ersten Mal deine Augen zu sehen", sagte Gayle. "Ich hoffe, wir können nachher noch einen Drink nehmen. Nur nicht rot werden, Baby." Die Reporterin reagierte professionell - sie werde nicht rot - und führte das Interview rasch zu Ende. Hinterher hieß es, das berichteten Medien, sie sei wegen der Anmache ärgerlich und aufgebracht gewesen.

Und so sah sich der 36-jährige Sportler rasch mit Sexismus-Vorwürfen konfrontiert. Der Chef des Cricket-Verbands sagte, der Vorfall sei Belästigung am Arbeitsplatz. "Wir sind nicht in einem Nachtklub." Und der Verein brummte Gayle eine Geldstrafe auf: 10.000 Dollar soll Gayle für einen guten Zweck abdrücken. Die Sprüche seien "völlig unangebracht und respektlos", teilte der Verein mit.

Der Spieler rang sich zu einer eher halbherzigen Entschuldigung durch. "Da war nichts respektlos gemeint. Wenn sie das so empfunden hat, dann tut es mir wirklich leid." Das Ganze sei ein Scherz gewesen. Die Reaktionen seien unverhältnismäßig.

Auf Twitter postete der Cricket-Spieler nach einem Tag der Vorwürfe ein Foto eines Bettes. Dazu schrieb er den Satz: "Das Beste jetzt: sieben Stunden schlafen."

sms/AP

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