Australien Deutscher überlebt dank Fliegen wochenlang im Outback

Er aß Fliegen - und sonst nichts: Ein Wanderer aus Deutschland überlebt wochenlang im australischen Outback. Nach seiner Rettung wollte der 26-Jährige vor allem eins: weiterwandern zum Ayers Rock.


Sydney - Ein deutscher Wanderer hat fast drei Wochen im australischen Outback überlebt und sich dabei offenbar von Fliegen ernährt. Ein Autofahrer sammelte den 26-jährigen D. an einer einsamen Straße bei Windorah in Queensland ein, berichtete die Polizei. Zuvor hatte es eine großangelegte Suchaktion mit Aufrufen im Radio gegeben.

D. war vor einigen Monaten zu einem Fußmarsch durch das australische Hinterland aufgebrochen; dabei hielt er regelmäßig Kontakt zur Polizei. Als er Mitte Februar das Städtchen Windorah verließ, um zum 90 Kilometer entfernten Ort Jundah zu wandern, verirrte er sich und wurde in einem überfluteten Flussgebiet eingeschlossen.

Der Deutsche, der an Diabetes leidet, ernährte sich nach eigenen Angaben von Insekten, nachdem sein Proviant aufgebraucht war. Selbst die australischen Rettungskräfte waren verblüfft über seine Geschichte. "Wenn man es nicht mit eigenen Ohren gehört hätte, würde man es nicht glauben", sagte Polizist Mark Henderson dem Sender ABC. "Er machte Witze darüber, dass man im australischen Outback nie hungrig wird, weil man so viele Fliegen essen kann."

Medizinische Behandlung abgelehnt

Nach seiner Rettung entschuldigte sich der 26-Jährige laut Polizei, dass er die Suchaktion ausgelöst hatte. Er habe seine Lage gar nicht so prekär gefunden. Eine medizinische Behandlung lehnte er ab. "Er war zweifellos hungrig, aber ansonsten in einer guten Verfassung", sagte Henderson.

"Das ist ein Mann, der bereit ist, aus Viehtränken und Pfützen zu trinken", zitierte ABC Andrew Plax, einen Mann, den D. offenbar vor seinem Verschwinden in Windorah kennengelernt hatte. "So ist er einfach." Dem Sender zufolge räumte der Deutsche zwar ein, seine Reisemethode sei extrem. Aber er könne damit umgehen, da er früher zwei Jahre obdachlos gewesen sei.

Der Polizei sagte D. nach seiner Rettung, er wolle seinen Fußmarsch in Richtung Northern Territory fortsetzen. Dabei wolle er aber künftig in der Nähe der Straße bleiben und ausschließlich tagsüber wandern. Ziel seiner Reise ist laut "Brisbane Times" die Felsformation Ayers Rock.

Erst kürzlich war im Nordosten Australiens nach vier Wochen im Busch ein Mann gerettet worden, der sich bei einem Spaziergang verirrt hatte. Auch er hatte sich unter anderem von Insekten ernährt.

rls/dpa/AFP

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insgesamt 25 Beiträge
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Alphabeta 07.03.2014
1. Nicht so spektakulär!
Er hatte ja wohl genügend Wasser zu trinken. Das ist die Hauptsache. Ohne Nahrung kann ein Mensch viel länger sein, als viele glauben.
Herr Hold 07.03.2014
2. Not
Wie heißt es so schön: in der Not frisst der Teufel Fliegen... Wobei ich mir nicht vorstellen mag, wieviele das wohl sein mussten, um davon einigermaßen "satt" zu sein.
elmond 07.03.2014
3. optional
Ein schönes Ziel und der Weg dorthin scheint ihm zu gefallen. Er zeigt wozu wir doch ohne viele Dinge fähig sind - toll!:)
troy_mcclure 07.03.2014
4. Zeitmaschine?
Mit der Brille sieht er aus, als ob er sich auch im Jahrzehnt geirrt hätte :-)
Kalle Bond 07.03.2014
5. Lecker, lecker ...
wie viele von den Leckerchen müsste man denn verzehren, um ein paar Wochen zu überleben? 10 Fliegen wiegen so um 1 g.
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