Tropische Temperaturen: Australien stöhnt unter beispielloser Hitzewelle

Wenn bei uns die Temperaturen fallen, steigen sie am anderen Ende der Welt. Normal ist das, was derzeit in Australien passiert, trotzdem nicht: Seit Tagen stöhnt das Land bei Temperaturen über 40 Grad - der heißeste Spätfrühling seit Beginn der Klimaaufzeichnungen.

Hitzewelle: Australien sucht Kühlung
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Getty Images

Sydney/Hamburg - Das Klima von Sydney, Australiens größter Stadt, gilt nach den Maßstäben des Kontinents eigentlich als gemäßigt. Seit rund einer Woche ist davon jedoch nichts zu bemerken: Ein steter Wind, der schwül-heiße Luft aus den Wüstenebenen im Inneren des Kontinents herüberbläst, hält die Lufttemperatur bei weit über 30 Grad Celsius, der Trend geht nun gegen 40 Grad.

Gefühlt, sagt das australische Wetteramt, liege sie sogar noch höher - und steigt nun weiter an. Sydney ist dabei so etwas wie die letzte Bastion: Den großen Rest der Provinz hat seit Tagen eine beispiellose Hitzewelle mit Temperaturen deutlich über 40 Grad im Griff. Für das Wochenende erwarten die Meteorologen selbst im vergleichsweise kühlen Südosten über 44 Grad, selbst Nachts kühlt es an vielen Orten nicht mehr unter 30 Grad ab. Kein Wunder, dass sich Hitzeschläge und Fälle von Kreislaufzusammenbrüchen häufen.

Leidtragende sind nicht nur alte Menschen. Gerade in New South Wales und Sydney blieb den Anwohnern die Nutzung der größten natürlichen Ressource verwehrt, die hier hätte Abkühlung bringen können: Die Strände waren über mehrere Tage wegen einer giftigen Rotalgenpest gesperrt. Für das Wochenende gab die Bezirksregierung zumindest in dieser Hinsicht Entwarnung. Am Samstag sah es an Sydneys Hausstränden aus, als herrsche schon Hochsaison.

Dass es heiß wird in Australien, wenn der Dezember kommt, ist normal - für die Australier kündigt sich damit der Frühsommer an. Nicht normal ist jedoch, dass der Jahr um Jahr heißer ausfällt: Die Meteorologen maßen in den letzten Tagen die höchsten Spätfrühlings-Temperaturen, die seit 1859 gemessen wurden. Für die Behörden bedeutet das höchste Alarmbereitschaft - nicht nur wegen der schon jetzt über 3800 Buschfeuer, die in den letzten Wochen bekämpft werden mussten. 2011 hatte eine vergleichbare, aber weniger heftige Hitzewelle über 1000 Notfall-Einweisungen verursacht und fast 100 Opfer gefordert. Die Prognose der Wetterkundler sagt den "Aussies" für dieses Jahr einen Rekordsommer voraus.

Von der aktuellen Hitzewelle betroffen sind derzeit rund zwei Drittel des australischen Kontinents und schwerpunktmäßig der Bundesstaat New South Wales. Deutlich kühler ist es derzeit vor allem im Südwesten (Perth) bis hinüber nach Melbourne, Victoria. Sydney darf ab Sonntag ein paar Tage durchatmen, wenn sich auch dort das kühlere Wetter zeitweilig durchsetzt.

pat

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  • Samstag, 01.12.2012 – 13:07 Uhr
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