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Australien nach der Flut: Wagga Wagga im Netz der Wolfsspinne

Klebrige weiße Schleier, so weit das Auge reicht: Nach dem heftigen Hochwasser im Südosten Australiens macht sich ein seltsames Phänomen breit. Hunderttausende von Spinnen haben damit begonnen, die Gegend um Wagga Wagga mit dichten Netzen zu überziehen.

Flutfolgen: Spinnenplage in Australien Fotos
REUTERS

Melbourne- Wagga Wagga liegt unter einer weißen Decke. Nach der Flutkatastrophe sind hier Felder, Sträucher und Büsche von dicht gesponnenen Netzen bedeckt. Wie Tausende Bewohner des australischen Bundesstaats New South Wales haben auch unzählige Wolfsspinnen nach den heftigen Überschwemmungen die Flucht ergriffen und sich ein neues Zuhause gesucht.

"Ballooning" nennen Wissenschaftler dieses Phänomen, die massive Schleierbildung sei typisch für Spinnen, die vor Wasser fliehen müssen, um ihr Leben zu retten. Laut einem Sprecher des Taronga-Zoos in Sydney ist die Spinnenpopulation durch das feuchte Klima zudem immens angestiegen: "Es gibt durch den Regen mehr Insekten und damit ein größeres Nahrungsangebot für Spinnen. Dadurch schaffen es mehr bis ins Erwachsenenalter", erklärt der Spinnenexperte des Zoos, Brett Finlayson.

Niemand müsse Angst vor den Wolfsspinnen haben, da sie weder aggressiv noch gefährlich seien. Zwar verfügten sie über ein schwaches Gift, dieses führe jedoch höchstens zu leichten Kopfschmerzen, betont Finlayson. Man solle dankbar sein, dass die Spinnen Myriaden von Mücken den Garaus machten. "Sie tun uns einen großen Gefallen. Sie helfen uns."

"Normalerweise verhalten sich nur jüngere Spinnen so, wenn sie ihren Geburtsort verlassen", sagt Spinnenexpertin Amber Beavis von der Australian National University. Auch seien Wolfsspinnen eigentlich Einzelgänger. "Aber unter diesen extremen Bedingungen macht ihnen Gesellschaft offenbar nichts aus", so Beavis.

Hochwasserlage weiter angespannt

Weil die Pegelstände des Murrumbidgee-Flusses in Wagga Wagga langsam zurückgehen, dürfen die 8000 Evakuierten inzwischen nach Hause zurückkehren, berichtet die Zeitung "The Australian" unter Berufung auf den Regionalchef des Katastrophenschutzdienstes von New South Wales, James McTavish.

Im Süden des Bundesstaates ist die Hochwasserlage allerdings weiter angespannt. Mehr als 600 Menschen mussten sich aus den tiefer liegenden Gebieten der Stadt Griffith und Orten im Umland in Sicherheit bringen. Die Ortschaft Urana war komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Hier mussten etwa 1200 Einwohner mit dem Hubschrauber versorgt werden.

Tausende Menschen sind in Ostaustralien von den stärksten Regenfällen seit den zwanziger Jahren betroffen. Das Flutdrama forderte bislang zwei Todesopfer. Die gesamte Schadenshöhe in Australien könne erst ermittelt werden, wenn die unmittelbare Krise überwunden sei, hieß es.

ala/Reuters/dpa

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1. Untertreibung
blaubärt 07.03.2012
Zitat von sysopREUTERSKlebrige weiße Schleier, so weit das Auge reicht: Nach dem heftigen Hochwasser im Südosten Australiens macht sich ein seltsames Phänomen breit. Hunderttausende von Spinnen haben damit begonnen, die Gegend um Wagga Wagga mit dichten Netzen zu überziehen. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,819827,00.html
Hier ist ein sehr seltener Fall von Untertreibung in der SPON-Redaktion zu diagnostizieren: wenn auch nur ein paar Quadratkilometer von dem Phänomen betroffen sein sollten, dann dürfte die Zahl der Spinnen bei mindestens 100 Millionen bis einigen Milliarden liegen. Die Bilder lassen außerdem vermuten, dass die Spinnen weniger vor dem aktuellen Hochwasser geflüchtet sind, sondern sich vielmehr in Folge des vorherigen (also nicht des aktuellen) Hochwassers stark vermehrt haben. Ich habe das Gefühl, dass sich auf dem langen Weg der Meldung vom Zoo in Sidney bis nach Hamburg paar Übersetzungs- und Verständnisfehler eingeschlichen haben.
2. Die gleichen gespenstigen Bilder
zack34 07.03.2012
Zitat von sysopREUTERSKlebrige weiße Schleier, so weit das Auge reicht: Nach dem heftigen Hochwasser im Südosten Australiens macht sich ein seltsames Phänomen breit. Hunderttausende von Spinnen haben damit begonnen, die Gegend um Wagga Wagga mit dichten Netzen zu überziehen. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,819827,00.html
... von völlig umhüllten Bäumen haben letztes Frühjahr in Braunschweig für Aufregung gesorgt. Es wurde nur eine bestimmte Baumsorte umhüllt, und diese hat sich dank dieser "Verpackung" weniger Licht und frischer Luft erfreuen und offensichtlich deshalb auch später in den Frühling begeben können; die Knospen gingen wesentlich später auf, als bei den benachbarten Bäumen. Wolfsspinne hierzulande?
3. NACHTRAG zu "Die gleichen gespenstigen Bilder"
zack34 07.03.2012
Es war keine Spinne (wie auf den Bildern aus Australien) zu sehen, nur das irrsinnige, ganze Bäume umhüllende, dichte Netz.
4. Sicher nicht
blaubärt 07.03.2012
Zitat von zack34... von völlig umhüllten Bäumen haben letztes Frühjahr in Braunschweig für Aufregung gesorgt. Es wurde nur eine bestimmte Baumsorte umhüllt, und diese hat sich dank dieser "Verpackung" weniger Licht und frischer Luft erfreuen und offensichtlich deshalb auch später in den Frühling begeben können; die Knospen gingen wesentlich später auf, als bei den benachbarten Bäumen. Wolfsspinne hierzulande?
Sicher keine Spinnen. Es gibt zahlreiche Arten von Schmetterlingen, deren Raupen große Gespinste bilden und Büsche oder Bäume komplett einhüllen. Gespinst- und Knospenmotten (http://de.wikipedia.org/wiki/Gespinst-_und_Knospenmotten)
5.
Haliotis 07.03.2012
---Zitat--- "Ballooning" nennen Wissenschaftler dieses Phänomen, ---Zitatende--- Wird nicht eher die Luftreise der Spinnen "ballooning" genannt? Also die Verbreitung per Fadenfloß durch die Luft?
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