Australien Paar stürzt von Kreuzfahrtschiff

In der letzten Nacht seiner gemeinsamen Kreuzfahrt ist ein Paar von Bord gestürzt. Das zeigen Bilder von Überwachungskameras. Patrouillen suchen jetzt das Wasser vor der Küste Sydneys ab. Ob der Mann und die Frau gesprungen sind oder es ein Unfall war, ist nicht geklärt.

Die "Carnival Spirit" am Quai in Sydney: "Ein tragisches Ereignis"
AFP

Die "Carnival Spirit" am Quai in Sydney: "Ein tragisches Ereignis"


Sydney - Zehn Tage lang ging die Reise durch den Südpazifik - doch am Ende fehlten zwei Passagiere: Eine 26-jährige Frau und ein 30-jähriger Mann werden nach einer Kreuzfahrt seit Donnerstag vermisst. Videomaterial von Überwachungskameras zeigt offenbar, dass die beiden in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag von Bord gestürzt sind, meldeten die Behörden. Mit Booten, Flugzeugen und Hubschraubern wird nun nach dem Paar gesucht.

Als die "Carnival Spirit" am Donnerstag in Sydney am Quai festmachte, wurden alle Passagiere beim Aussteigen routinemäßig gezählt. Bald wurde klar, dass das Paar aus dem australischen Bundesstaat New South Wales fehlte - die beiden waren mit Freunden und Familie gemeinsam auf dem Schiff unterwegs. "Das Schiff startete unverzüglich alle Standardmaßnahmen, wenn eine Person vermisst wird", sagte Peter Taylor, Sprecher des Schifffahrtsunternehmens Carnival Cruise Lines. Das gesamte Schiff sei durchsucht worden.

Auf dem Schiff befinden sich 600 Überwachungskameras, die normalerweise kontinuierlich überwacht werden. Den tragischen Moment allerdings bemerkte niemand. Bei der nachträglichen Auswertung zeigten die Bilder, dass das Paar in der Nacht - rund 300 Kilometer nördlich von Sydney - von Bord fiel. Ob es sich um einen Unfall handelte oder der Mann und die Frau absichtlich sprangen, ist noch nicht geklärt.

"Es ist ein tragisches Ereignis, aber wir haben noch Hoffnung, dass wir die beiden lebend finden könnten", sagte Mark Hutchings, Polizeipräsident der New South Wales Polizei. An Bord des Schiffes waren 2680 Passagiere gewesen.

Carnival Cruise Lines zählt zur Carnival Corporation, dem weltgrößten Kreuzschifffahrtsunternehmen der Welt. Dazu gehörte auch das Unglücksschiff "Cousta Concordia", das 2012 auf einen Felsen vor der Insel Giglio im Mittelmeer fuhr und Leck schlug. 32 Menschen starben. Ein anderes Schiff, die "Costa Allegra", fing Feuer, was zum Ausfall von Toiletten, fließendem Wasser und Klimaanlagen führte. Im Februar 2013 trieb die "Carnival Triumph" fünf Tage lang im Golf von Mexiko, weil ein Brand im Motorraum ausgebrochen war.

hei/AP

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