Tasmanien: Tausende fliehen vor Buschbränden

Dutzende Gebäude sind zerstört, Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen: In Australien wüten Buschbrände. Besonders betroffen ist Tasmanien. Dort machten die Flammen vielen Betroffenen eine Flucht über Land unmöglich - eine Deutsche kam bei den hohen Temperaturen ums Leben.

REUTERS

Hobart - Auf der australischen Insel Tasmanien sind Tausende Menschen vor Buschbränden geflohen. Vielen von ihnen schnitten die Flammen alle Fluchtwege über Land ab; in der Nacht zum Samstag seien mehr als tausend Küstenbewohner über See gerettet und in die Hauptstadt Hobart gebracht worden, berichtete der Sender ABC. Tausende weitere, darunter 700 Touristen in Port Arthur, seien immer noch eingekesselt.

Die Flammen zerstörten mindestens 80 Anwesen, wie die Polizei mitteilte. Mit am schlimmsten betroffen war die Ortschaft Dunalley, rund 55 Kilometer östlich von Hobart. Dort wurden nach Schätzungen der Polizei 30 Prozent der Gebäude durch die Brände zerstört, darunter die Polizeiwache und eine Schule. ABC zufolge waren einige Bewohner von Dunalley wegen der abgeschnittenen Fluchtwege an Land gezwungen, durch einen Kanal zu schwimmen und sich so in Sicherheit zu bringen. Die Hauptstraße sei ein einziges Flammenmeer gewesen.

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Buschbrände in Australien: Rauchwolken über Tasmanien
In Connelly's Marsh fielen sogar rund 40 Prozent der Gebäude den Flammen zum Opfer. Die Feuerwehr rief die Bewohner in den betroffenen Gebieten auf, ihre Notfallpläne zu befolgen und in Feuerschutzbunkern Zuflucht zu suchen. Ein Feuerwehrsprecher sagte, im Tagesverlauf erwartete Wetteränderungen dürften den Kampf gegen die Flammen erleichtern. Allerdings gebe es keinen Grund zur Entwarnung: "Wir haben am meisten Sorge davor, dass sich die Menschen nach den schrecklichen Zuständen gestern jetzt wieder etwas entspannen."

Deutsche Frau auf Wandertour gestorben

Die Polizei fürchtet, dass bei einem Buschbrand in Dunalley ein Mann ums Leben kam. Eine Feuerwehrmannschaft sei von dem Feuer eingeschlossen worden, sagte Polizeisprecher Scott Tilyard. Sie hätten sich ins Feuerwehrauto flüchten müssen und von dort aus einen Mann gesehen, der versucht habe, sein Anwesen vor dem Brand zu schützen. Die Feuerwehrleute hätten aber nicht zu ihm gelangen können, weil es zu gefährlich gewesen sei.

Weite Teile Australiens leiden derzeit unter einer Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad. In Hobart war der Freitag mit 41,8 Grad der heißeste Tag dort seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor rund 130 Jahren. Eine deutsche Frau starb bei den extremen Temperaturen. Die 31-Jährige habe einen Herzstillstand erlitten, als sie bei Temperaturen rund um 40 Grad Celsius mit einem Freund auf einem abgelegenen Pfad im Bundesstaat Victoria wanderte, berichtete die Tageszeitung "Sydney Morning Herald". Die Rettungskräfte konnten das Opfer nicht mehr wiederbeleben, hieß es.

Premierministerin Julia Gillard sagte den Opfern der Buschbrände staatliche Unterstützung zu. Angefacht durch brütende Hitze, Trockenheit und starken Wind wüteten auch in anderen Teilen Süd-Australiens zahlreiche Brände, etwa in den Bundesstaaten Victoria, New South Wales und Queensland.

ulz/AFP/dapd

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