Australien Mann stirbt nach Hai-Angriff nahe Badestrand

Ein Schwimmer ist an der Ostküste Australiens von einem Hai getötet worden. Tierschützer und Überlebende von Hai-Attacken fordern von der Regierung, Menschen und Tiere gleichermaßen zu schützen - und das Töten von Haien zu unterbinden.


Sydney - Clarkes Beach ist ein bei Touristen sehr beliebter Strand in dem kleinen Ort Byron Bay im australischen New South Wales. Die Ruhe hat ein Ende, seit dort ein 50-Jähriger beim Schwimmen von einem Weißen Hai angefallen und tödlich verletzt wurde.

Ein Urlauber habe den Verletzten noch aus dem Wasser gezogen und versucht, ihn wiederzubeleben, sagte ein Polizeisprecher. Der Anwalt Mark Hickey schwamm demnach 15 bis 20 Meter hinaus, um den stark blutenden Mann zu retten.

Er sagte dem Sender Ten Network: "Ich bin da rausgegangen und habe nur gedacht, ich muss diesen Mann rausholen, und genau das habe ich versucht." Er schleppte den Verletzten an den Strand und versuchte 20 Minuten lang, ihn wiederzubeleben. Vergeblich. Offenbar war der Mann verblutet. Der Hai hatte ihm in die rechte Hüfte gebissen und ihm das Bein abgerissen. Jetzt wird die Wunde auf Größe und Beschaffenheit untersucht, um herauszufinden, um welche Art Hai es sich gehandelt hat.

Kurz nach dem Vorfall wurde laut Polizei ein etwa zwei Meter langer Weißer Hai aus einem Rettungshubschrauber gesichtet. Die Strände in der Gegend wurden für 24 Stunden gesperrt.

"Haie greifen in der Regel von hinten an"

Der Meeresbiologe Daniel Bucher von der Southern Cross University sagte dem australischen Sender ABC, es gebe derzeit viele Haie in der Region. "Im Winter haben wir mehr Kaltwasser-Arten, dann kommen die Weißen Haie hierher." Je wärmer das Wasser werde, desto weiter würden sie nach Süden ziehen, um Robben zu jagen. Zum Jagdverhalten sagte der Experte: "Haie greifen in der Regel von hinten an, deshalb sehen die meisten Opfer den Hai gar nicht kommen, man kann da nicht viel ausrichten."

"Wenn die Leute wüssten, wie viele Haie ihnen beim Schwimmen bereits nahe gekommen sind, würden sie vermutlich niemals ins Meer gehen", warnte der ehemalige Marine-Taucher Paul de Gelder noch kurz vor dem tödlichen Unglück. De Gelder hatte 2009 ein Bein und einen Unterarm verloren, als er im Hafen von Sydney 2009 von einem Hai angegriffen wurde. Er habe mit vielen Überlebenden von Hai-Angriffen gesprochen und keiner von denen wünsche den Tieren Böses: "Sie verstehen, dass das Meer der Lebensraum der Haie ist", sagte er dem Nachrichtenportal "news.com.au".

De Gelder ist scharfer Kritiker der Regierung und ihres 2014 eingeführten Programms "Western Australia's shark cull", das Haie in Strandnähe fängt und tötet. Man müsse, so De Gelder, einen Weg finden, der es Menschen und Haien erlaubt, friedlich miteinander zu leben.

Der tödliche Angriff folgt auf einen Fall vom April 2014, bei dem eine 63-Jährige nahe der Ortschaft Tathra, 340 Kilometer südlich von Sydney, von einem drei bis vier Meter langen Hai attackiert wurde und seitdem vermisst wird. Im November 2013 kam es zu zwei tödlichen Angriffen, die aber auch die einzigen in dem Jahr waren.

ala



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