Autogramm im OP Chirurg soll Leber mit Initialen markiert haben

Dieser Arzt wollte offenbar sein Werk signieren. Ein britischer Chirurg soll bei einer Transplantation seine Initialen in eine Patientenleber eingebrannt haben. Durch Zufall entdeckte ein Kollege die Markierung.


London - Ein britischer Chirurg ist seiner Funktionen enthoben worden, weil er die Leber eines Patienten mit seinen Initialen markiert haben soll. Wie die britische Zeitung "Daily Telegraph" am Dienstag berichtete, soll der Arzt Simon B., 48, während einer Transplantation mit Hilfe des in der Chirurgie häufig eingesetzten Gases Argon die Buchstaben "SB" auf die Leber geschrieben haben.

Argon ist ein preiswertes Edelgas, das in der Erdatmosphäre vorkommt. Es wird als Schutzgas beim Schweißen und in der Lebensmittelindustrie, aber auch als Füllgas in Glühlampen verwendet. In der Chirurgie können mit Hilfe eines Argon-Beamers Blutgefäße verödet werden. Der Beamer hinterlässt oberflächliche Verbrennungen, aber keine ernsthaften Verletzungen.

Während eines Routineeingriffs entdeckte ein Kollege die seltsame Signatur auf dem Organ. "Ich wünschte, es wäre ein Versehen. Die Sache ist völlig zufällig ans Licht gekommen", zitiert der "Telegraph" einen Informanten aus dem Krankenhausumfeld. "Wir sprechen hier über einen Patienten, kein Autogrammbuch", sagte Joyce Robins von der Patientenorganisation "Patient Concern".

Die Gesundheitsbehörden bestätigten zunächst nur, dass ein Chirurg des Queen-Elizabeth-Krankenhauses in Birmingham für die Dauer von internen Ermittlungen vom Dienst suspendiert wurde. Zu dessen Namen und den genauen Vorwürfen wollten sie sich nicht äußern.

Der Beschuldigte B. arbeitet seit zehn Jahren in dem Krankenhaus. Es wird nun befürchtet, er könne Hunderte weitere Transplantationspatienten mit seinen Initialen markiert haben. Das Krankenhaus bestätigte auf Anfrage des "Telegraph", dass ein Chirurg suspendiert wurde, B. selbst stritt eine Suspendierung ab.

cpa/AFP

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smsderfflinger 25.12.2013
1. 25.12.1
Zitat von sysopDieser Arzt wollte offenbar sein Werk signieren. Ein britischer Chirurg soll bei einer Transplantation seine Initialen in eine Patientenleber eingebrannt haben. Durch Zufall entdeckte ein Kollege die Markierung. http://www.spiegel.de/panorama/autogramm-im-op-chirurg-soll-leber-mit-initialen-markiert-haben-a-940816.html
Da bin ich aber gespannt, wessen man ihn beschuldigt. Könnte mir allenfalls umethisches Verhalten während einer Lebensrettung vorstellen. Schon ein bisschen ungewöhnlich. Ansonsten dürfte eine Schädigung wohl kaum vorliegen. Und nun befürchtet man, dass er das bei hunderten getan hat? Nun, dann scheint er zumindest ein guter Chirurg zu sein, wenn auch etwas schräg.... Dem Herrn Robins von Patient Concern sollte man vielleicht darauf hinweisen, dass Autogrammbücher nicht nach jedem Autogramm unzugänglich verschlossen werden. Mal wieder viel Lärm um nichts. D
spasssbremse 25.12.2013
2. Verstehe ich nicht!
Wenn der Patient keinen Schaden davon getragen hat, weiß ich nicht, was dagegen sprechen sollte... Ein Risiko besteht durch eine solche Signierung offenbar auch nicht. So what???
t36 25.12.2013
3. Kein Schaden
Es ist real kein Schaden entstanden - der Argon Beamer hinterlässt bei der oberflächlichen Anwendung keinen Schaden - die Leber wird deswegen nicht schlechter funktionieren. Ja, ist sehr respektlos gegenüber dem Pat., aber ich hoffe trotzdem, dass der Transplantateur nicht bestraft (sondern nur ermahnt wird. Es gab vor einigen Jahren einen identischen Fall in einer ostdeutschen Uni. Es scheint in der natur des "Kuenstlers" sein Werk signieren zu wollen...
Servo 25.12.2013
4. PC at it's best ...
Zitat von sysopDieser Arzt wollte offenbar sein Werk signieren. Ein britischer Chirurg soll bei einer Transplantation seine Initialen in eine Patientenleber eingebrannt haben. Durch Zufall entdeckte ein Kollege die Markierung. http://www.spiegel.de/panorama/autogramm-im-op-chirurg-soll-leber-mit-initialen-markiert-haben-a-940816.html
Und wo ist jetzt das Problem? Dass es bei einem Menschen gemacht wurde? Haustiere werden tätowiert, Pferde mit Brandzeichen versehen, aber bei einem Menschen ist das wieder ganz schlimm. Für mehr als ein Kopfschütteln über die Borniertheit des Chirurgen reicht es bei mir nicht. Die Leber funktioniert doch trotzdem einwandfrei, zumindest wird nichts Gegenteiliges berichtet.
nicht-wirklich 25.12.2013
5. Ja und?
Ich seh das Problem nicht. Viel wichtiger ist doch ob er die Eingriffe gut bzw komplikationsfrei durchgeführt hat. Da dem Patient kein Schaden ensteht kann er sein Werk doch signieren. Ärzte sind schließlihc auch nur Menschen, und wenn sie eine durchaus nicht soo einfachen Eingriff gut machen können sie auch nen kleinen Egotrip fahren.
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