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Zurückgelassenes Baby Gammy: Kinderschutzbehörde ermittelt gegen Eltern

Hände von Leihmutter Pattaramon Chanbua und Baby Gammy: "Absolut verheerend" Zur Großansicht
DPA

Hände von Leihmutter Pattaramon Chanbua und Baby Gammy: "Absolut verheerend"

Gegen die Eltern des in Thailand zurückgelassenen Babys Gammy mit Downsyndrom ermitteln jetzt australische Kinderschützer. Anlass sind Berichte, wonach der Vater wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraft ist.

Perth - Im Fall des in Thailand von einer Leihmutter ausgetragenen Zwillingspaars ermittelt eine australische Kinderschutzbehörde jetzt gegen die Eltern. Es gehe um die Sicherheit und das Wohlergehen des sieben Monate alten Mädchens in der Obhut des Ehepaars, sagte ein Sprecher der Behörde dem Sender ABC.

Der Fall der Zwillinge macht internationale Schlagzeilen. Die thailändische Leihmutter wirft dem 56-jährigen Australier und seiner Frau vor, zwar das gesunde Mädchen mitgenommen, dessen herzkranken Zwilling allerdings im Stich gelassen zu haben. Der Junge - Baby Gammy - hat das Downsyndrom und lebt weiter bei der Leihmutter.

Zusätzliche Brisanz bekam der Fall durch Medienberichte, wonach der biologische Vater wegen Kindesmissbrauchs bereits im Gefängnis saß. Der Sender Channel Nine News meldete, die Frau des Mannes habe die Vorstrafe bestätigt. "Menschen machen Fehler, das heißt nicht, dass sie für immer schlecht sind", zitierte sie der Sender.

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Baby mit Downsyndrom: Der Fall Gammy

Laut ABC suchten Mitarbeiter der Kinderschutzbehörde im Bundesstaat Western Australia bislang zweimal die Wohnung des Paars in der Stadt Bunbury auf, trafen es dabei allerdings nicht an. Eine Sprecherin betonte, man werde in dem Fall hartnäckig bleiben. "Wir werden jeden Tag da sein, bis das Wohlergehen dieses kleinen Kindes sichergestellt ist."

Die Leihmutter des Geschwisterpaars macht sich laut "Guardian" große Sorgen. Die 21-Jährige, die bereits zwei leibliche Kinder hat, wolle sich lieber auch noch um das Mädchen kümmern, als es bei den Eltern zu lassen.

Diese haben sich bislang nicht öffentlich geäußert. Eine Freundin des Paars sagte jedoch einer australischen Zeitung, die beiden empfänden den Vorgang als "absolut verheerend".

rls/dpa/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Schande
alleinerziehenderpapa 06.08.2014
das ist eine Schande aber es spiegelt unsere Gesellschaft wieder. Was nicht in Ordnung ist wird umgetauscht. Alles muss perfekt sein und der Norm entsprechen. die Wegwerfmantalität gilt mittlerweile auch für den menschlichen Bereich. grüße eines alleinerziehenden Vaters eines gehandicappten Kindes
2. Ich bin mir
janjibe 06.08.2014
Zitat von alleinerziehenderpapadas ist eine Schande aber es spiegelt unsere Gesellschaft wieder. Was nicht in Ordnung ist wird umgetauscht. Alles muss perfekt sein und der Norm entsprechen. die Wegwerfmantalität gilt mittlerweile auch für den menschlichen Bereich. grüße eines alleinerziehenden Vaters eines gehandicappten Kindes
nicht mal mehr sicher, ob es den Eltern um das Handicap des Jungen ging oder viel mehr um sein Geschlecht! Wenn man nach der Verurteilung das Vaters geht.... Meine Meinung zu den australischen Eltern tue ich jetzt hier nicht kund, sonst würde mein Beitrag nicht durchkommen.
3.
ABauersp0n 06.08.2014
Dieses Beispiel enthält so viele gute Gründe, warum Leihmutterschaft hierzulande untersagt ist. Natürlich kann niemand eine Mutter zu einer Abtreibung zwingen. Und dann, wenn das behinderte Baby da ist, stellt sich die Frage, wer für das Kind verantwortlich ist. In diesem Fall haben die biologischen Eltern ihr Kind kaltherzig allein gelassen, aber auch die Ersatzmutter scheint ungewollt starke Muttergefühle für die Kinder zu entwickeln, da sie nun auch das Mädchen zurück will. In diesem Fall ist das zwar gut, aber zu starke Gefühle einer Leihmutter für ihre Babys können unter anderen Umständen problematisch sein. Und natürlich stellt sich immer die Frage, was passiert, wenn es zu Komplikationen während der Schwangerschaft kommt, oder wenn die Mutter sogar stirbt. Es ist ein bisschen wie eine Nierenspende für Geld, und dass die Mutter aus einem ärmeren Land als die Eltern ist und Schulden hat, ist auch nicht überraschend. Das sind alles sehr schwierige Fragestellungen, die kaum von Rechtsanwälten oder durch Verträge ethisch zufriedenstellend gelöst werden können. Es ist daher absolut richtig, dass Leihmutterschaft hier verboten ist. Aber leider verhindert das nicht, dass Eltern, die um jeden Preis ein Kind wollen, sich in ärmeren Ländern umsehen und die finanzielle Not junger Frauen für ihre Zwecke ausnutzen. Dass der Vater in dem Fall ein verurteilter Verbrecher ist, dem man niemals Kinder wünschen würde, ist zwar Zufall, aber spitzt den ganzen Fall natürlich weiter zu.
4. Wie kamen die überhaupt über den Zoll?
jtrch 07.08.2014
Wie kamen die beiden mit einem fremden Baby ohne reguläre Adoption mit gültigen Papieren über den Zoll? Heutzutage muss ja sogar ein Elternteil eine Bescheinigung ausfüllen, wenn der andere mit dem Kind alleine in die Ferien fliegen will, wegen Kindesentführung. Und hier spaziert ein australisches Ehepaar, der Vater auch noch vorbestraft mit einem fremden Kleinkind über den Zoll? Dass dies in Thailand noch ging, kann ich noch verstehen, aber spätestens in Australien hätten doch ein paar Fragen aufgeworfen werden müssen.
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