Zugunglück in Bad Aibling Verkehrsminister lehnt vollautomatische Streckenkontrolle ab

Weil ein Fahrdienstleiter schwere Fehler machte, kam es offenbar zum Zugunglück von Bad Aibling. Jetzt beginnt eine Debatte darüber, ob die Sicherheitsvorschriften verbessert werden müssen.

Verkehrsminister Dobrindt: Diskussion über Konsequenzen
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Verkehrsminister Dobrindt: Diskussion über Konsequenzen


Nach dem Zugunglück in Bad Aibling hat sich Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gegen ein vollautomatisches Sicherheitssystem im Zugverkehr ausgesprochen. Es sei klar, "dass in der Sicherheitskette auch eine Person am Schluss eine Letztentscheidung haben muss", sagte er nach einer Sitzung des Verkehrsausschusses des Bundestags. Zu einem möglichen Vier-Augen-Prinzip als Absicherung äußerte er sich nicht.

Nach dem Unglück am Dienstag vergangener Woche ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung gegen den Fahrdienstleiter. Der 39-Jährige soll einen verspäteten Zug auf die eingleisige Strecke zwischen Bad Aibling und Kolbermoor geschickt haben, obwohl sie bereits für einen anderen Zug freigegeben war. Bei dem Unglück starben elf Menschen, mehr als 80 wurden verletzt.

Diskussion um Ersatzsignal

Ähnlich wie Dobrindt lehnte auch der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, Änderungen an den Sicherheitsvorschriften ab. "Das wäre der falsche Ansatz", sagte er dem Sender hr-info. Weselsky sprach sich auch dafür aus, Ersatzsignale beizubehalten. Man brauche sie, "um beispielsweise bei Störungen den Bahnbetrieb aufrechterhalten zu können".

Das Unglück in Bad Aibling geschah nach Erkenntnissen der Ermittler, weil der Fahrdienstleiter ein Ersatzsignal schaltete. Das erlaubte einem der beiden Lokführer, ein rotes Signal zu ignorieren.

Weselsky sagte, es müsse auch untersucht werden, wie die Arbeitsbelastung des Fahrdienstleiters ausgesehen habe. "Muss einer allein bei hoher Arbeitsverdichtung immer alles allein entscheiden? Überstundenberge und hohe Belastung können zu Fehlern führen", sagte Weselsky. Außerdem müssten die Bahn-Unternehmen ihre Lokführer besser trainieren, beispielsweise für Ausnahmesituationen wie das Fahren nach Ersatzsignal.

sms/dpa

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insgesamt 43 Beiträge
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eigene_meinung 17.02.2016
1.
Vieraugenprinzip und eine vertretbare Arbeitsbelastung sind das Mindeste, was man verlangen kann.
mr-mucki 17.02.2016
2. Absurde Argumentation von Dobrindt
Warum kein Vollautomatisches Sicherheitssystem? Weil es versagen koennte? Hallo, wir leben im Technologiezeitalter. Es fahren Zuege ohne Fahrer vollautomatisch, jetzt schon. Schiffe fahren mit Autopilot um die Welt. Wie viel Schlaf brauchen wir denn noch, um endlich gute deutsche Entwicklungen endlich auch im eigenen land einzusetzten. Ein Transrapid von Muenchen nach Hamburg haette schon laengst gebaut sein muessen, um der Welt zu zeigen, was Deutsche Unternehmen an Technologie haben. Ein hoher Automatisierungsgrad wird die Wirtschaft 4.0 stark veraendern. Das muessen doch auch mal die DB und unsere Verkehrsminister verstehen.
f-rust 17.02.2016
3. vielleicht nicht nur mir unklar:
eine Lok hatte also Rot UND "Ersatzsignal", das das ROT aufhob? Warum?
noalk 17.02.2016
4. Softwaremangel?
Die Steuerung der Strecke erfolgt wahrscheinlich softwaregestützt. Der Fahrdienstleiter hätte dann eine Warnung bekommen müssen, dass die Strecke bereits befahren wird. Danach hätte eine Prozedur ablaufen müssen, in der der Fahrdienstleiter den Führer des befahrenden Zuges hätte kontaktieren müssen. Erst nach dessen Antwort hätte die Strecke ggf. für den zweiten Zug freigegeben werden dürfen.
frankenbaer 17.02.2016
5. Ich verstehe es auch nicht!
Da hat ein Zug Verspätung, die Strecke ist eingleisig, der Gegenzug ist unterwegs. Und das wird von einem erfahrenen Fahrdienstleiter das Rotsignal aufgehoben? Warum? Um die Verspätung aufzuholen? Wie soll das gehen? Oder welche Gründe können sonst dafür sprechen? Wie gesagt, ich zermrtere mir das Hirn, aber ich verstehe das nicht!
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