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Zugunglück in Bad Aibling: Fahrdienstleiter wollte Züge noch per Notruf stoppen

Unglücksstelle bei Bad Aibling: 50-köpfige Sonderkommission sucht nach der Ursache Zur Großansicht
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Unglücksstelle bei Bad Aibling: 50-köpfige Sonderkommission sucht nach der Ursache

Nach Informationen des SPIEGEL versuchte ein Fahrdienstleiter in Bad Aibling, den Zusammenstoß der zwei Züge im letzten Moment zu verhindern. Er setzte zwei Notrufe ab.

Ein Fahrdienstleiter im Stellwerk von Bad Aibling versuchte am Dienstag, die aufeinander zu rasenden Züge per Notruf zu stoppen. Er setzte kurz hintereinander über Sprechfunk zwei Notrufe an die Züge ab. Dafür benutzte er ein spezielles Mobilfunknetz der Bahn mit einer Notruffunktion. Das berichtet DER SPIEGEL.

Der erste Notruf erreichte die Lokführer wohl kurz vor dem Crash, der zweite erfolgte offenbar, als sich die Züge bereits ineinander verkeilt hatten. Laut einem Sprecher des Eisenbahn-Bundesamtes wird der Zugfunkverkehr zwischen dem Stellwerk und den Triebwagenführern ausgewertet und ist Bestandteil der Ermittlungen.

Bei dem Zusammenstoß am Dienstagmorgen waren mehrere Menschen ums Leben gekommen, Dutzende wurden verletzt. Eine Sonderkommission der Kriminalpolizei soll die Ursache des Unglücks ermitteln. Eine Theorie hat sich in den ersten Tagen verdichtet: Demnach soll der Fahrdienstleiter beiden Zügen kurz hintereinander gestattet haben, die eingleisige Strecke zu befahren.

Wichtige Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von den Blackboxes, die während der Fahrt Informationen aufzeichnen. Am Freitag teilte die Polizei mit, mittlerweile sei auch die dritte Blackbox in den Trümmern gefunden worden.

Video: Schweres Zugunglück in Bayern

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Zugunglück: Der Unfall bei Bad Aibling
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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 537 Beiträge
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1. dienstagabend spät hat BILD das schon gemeldet
logabjörk 12.02.2016
daß es ein Fehler des Fahrdienstleiters war. Daß er das Sysem ausschaltete.
2.
hitcher 12.02.2016
Was nützen elektronische Sicherungen wie automatische Bremsen, wenn ein Fahrdienstleiter ohne interne Plausibilitätskontrolle zwei gegenläufigen Zügen GRÜN signalisieten kann?
3. Und das im Elektronik und Handyzeitalter
Anton Waldheimer 12.02.2016
Am 8. Juni 1975 ereignete sich bei Bad Aibling auf einer ebenfalls eingleisigen Strecke ein vollkommen gleichartiger Unfall, damals wie heute das Handicap, dass die Lokführer nicht erreichbar waren, und dass man versehentlich beide Züge auf die eingleisige Strecke ließ, sprich, die Bahn hat aus dem damaligen Unglück überhaupt nichts gelernt, und keine Vorsorgemaßnahmen getroffen dass sich so etwas nicht wiederholen kann, selbst Diesellokomotiven müsste man heutezutage den Motor abdrehen können über Fernsteuerung. Der Hund liegt im System begraben.
4.
ffmfrankfurt 12.02.2016
Ich hasse Schuldzuweisungen bei solchen Unfällen. Natürlich muss alles lückenlos aufgeklärt werden, um Fehler zukünftig zu vermeiden. Einer einzelnen Person oder zwei Personen aber die Schuld zu zusprechen, finde ich furchtbar. Grundsätzlich bin ich fest davon überzeugt, dass jeder der Beteiligten eine hervorragende Arbeit geleistet hat und partout nicht wollte dass irgendjemanden irgendetwas passiert. Fehler, gerade im Beruf, hat jeder von uns schon gemacht. Leider haben sie manchmal fatale Auswirkungen.
5.
total_geschockt 12.02.2016
Zitat von logabjörkdaß es ein Fehler des Fahrdienstleiters war. Daß er das Sysem ausschaltete.
Bei diesem Artikel geht es aber um weiterführende Details. Nämlich die Notrufe an die Lokführer.
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