Erfolgloser Notruf Kein Funkloch beim Zugunglück von Bad Aibling

Kurz vor dem Zusammenstoß zweier Züge bei Bad Aibling versuchte ein Fahrdienstleiter, die Lokführer per Funk zu warnen. Warum blieb das ohne Erfolg? Nach SPIEGEL-Informationen lag es offenbar nicht am Funknetz.

Unfallstelle bei Bad Aibling
AP/dpa

Unfallstelle bei Bad Aibling


Das bahneigene Funknetz GSM-R entlang der oberbayerischen Strecke Bad Aibling-Kolbermoor arbeitet offenbar lückenlos. Das ergab eine Messung von Telekommunikationsexperten des bayerischen Landeskriminalamts (LKA). (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Die neue Ausgabe finden Sie hier.)

Nach dem schweren Zugunglück bei Bad Aibling am 9. Februar, bei dem elf Menschen starben und 85 verletzt wurden, hatte es Spekulationen über ein Funkloch im Unglücksbereich gegeben.

Ein Fahrdienstleiter der Bahn hatte nach bisherigen Ermittlungen zwei entgegenkommende Meridian-Züge versehentlich auf die eingleisige Strecke gelassen. Unmittelbar vor deren Zusammenstoß versuchte er noch, die Lokführer per Funk zu warnen. Doch aus bislang ungeklärten Gründen blieb sein erster Notruf ohne Wirkung, der zweite kam erst kurz nach dem Unglück.

Das bayerische Verkehrsministerium hatte deswegen die Überprüfung des Bahn-Funknetzes angeordnet. Das Gutachten des LKA geht nun an die Staatsanwaltschaft Traunstein, die die Untersuchungen zur Unglücksursache leitet. Dort wollte man sich zum Stand der Ermittlungen nicht äußern.

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Zugunglück: Der Unfall bei Bad Aibling
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