Niedersachsen Spaziergänger findet Hunderte Briefe im Feld

Ein Mann in Niedersachsen hat der Polizei einen Riesenhaufen Papiermüll in einem Feld gemeldet. Dann stellte sich heraus: Es handelte sich um Post.


Ein Spaziergänger hat auf einem Feld in Niedersachsen Hunderte Briefe und kleinere Paketsendungen gefunden. Der Mann hatte den Berg an Papier in Kalefeld-Düderode in einem Graben zunächst für Müll gehalten und sich deshalb gemeldet, wie die Polizei Bad Gandersheim mitteilte. Als die Beamten die Papiere dann sichteten, stellten sie fest: Das vermeintliche Altpapier entpuppte sich als Post.

Die Briefe und Paketsendungen seien für die Gemeinde Bad Grund bestimmt gewesen und stammten vermutlich alle aus dem April, sagte ein Sprecher. Ein Brief- und Kurierdienst hätte die Post ausliefern sollen. Aber offenbar hatte der Zusteller die Briefe und Pakte an mehreren Tagen immer wieder stattdessen in der Landschaft abgeladen.

Die Beamten konnten mit Hilfe der internen Kennzeichnungen des Kurierdienstes ermitteln, welcher Zusteller dafür mutmaßlich verantwortlich war. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Post- und Fernmeldegeheimnis eingeleitet. Das kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe geahndet werden.

Der Kurierdienst hatte den Angaben zufolge bereits Unregelmäßigkeiten im Zustellbezirk des Mannes festgestellt. Das Unternehmen habe ihm zwar keine Fehler nachweisen können, ihn aber dennoch vor einiger Zeit entlassen, hieß es von der Polizei. Warum der Mann die Post im Graben abgeladen habe, könne man nur mutmaßen, sagte der Sprecher. Vermutlich habe er sich überlastet gefühlt und die Arbeit nicht geschafft.

Ein Teil der Briefsendungen sei schwer beschädigt. Andere Briefe wären aber zwischen den anderen Papieren recht geschützt gewesen und noch gut erhalten. Die Polizei habe die gefundenen Briefe dem Kurierdienst übergeben. Er soll die Sendungen neu ordnen und wenn möglich noch zustellen.

fok/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.