Baden-Württemberg Kleinflugzeug und Hubschrauber stoßen in der Luft zusammen

In der Nähe von Karlsruhe sind ein Kleinflugzeug und ein Helikopter kollidiert und abgestürzt. Vier Menschen starben bei dem Unfall.

Feuerwehrleute an der Absturzstelle bei Philippsburg (Baden-Württemberg)
DPA

Feuerwehrleute an der Absturzstelle bei Philippsburg (Baden-Württemberg)


Bei Oberhausen-Rheinhausen im Kreis Karlsruhe sind ein Sportflugzeug und ein Helikopter in der Luft zusammengestoßen und abgestürzt. Vier Menschen sind bei dem Absturz ums Leben gekommen.

Bei den Toten handelt es sich um die beiden Piloten des Hubschraubers sowie die zwei Insassen des Sportflugzeugs, teilten Sprecher der Deutschen Luftrettung (DRF) sowie der Polizei mit. Weitere Details zu den Toten wie Alter oder Herkunft sind noch nicht bekannt.

Das Unglück ereignete sich nach Polizeiangaben gegen Mittag bei Oberhausen-Rheinhausen. Die beiden Maschinen kollidierten in der Luft und stürzten auf umliegende Felder. Rettungskräfte und Polizei waren mit einem Großaufgebot vor Ort, auch zwei Polizeihubschrauber und ein Boot waren im Einsatz. In einem See und seinem Umkreis wurde nach Wrackteilen gesucht.

Nach Angaben der DRF, zu der der Hubschrauber gehörte, war der Helikopter auf einem Trainingsflug und vom Baden-Airpark aus gestartet. Dorthin hätte er auch zurückkehren sollen. Das einmotorige Sportflugzeug war auf dem Weg von Basel nach Speyer.

Wie es zu der Kollision gegen 13 Uhr kommen konnte, war am Abend noch unklar. Die Unfallstelle befindet sich in der Nähe eines Kieswerks, ersten Erkenntnissen zufolge über unbewohntem Gebiet. Das nahegelegene Philippsburg ist als Standort eines Atomkraftwerks bekannt. Die Stadt hat mehr als 13.000 Einwohner.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig schickte nach Angaben eines Sprechers drei Experten zum Unglücksort, die sofort mit Untersuchungen beginnen sollten. "Sie werden die Nacht durcharbeiten", sagte der Sprecher. Laut Polizeieinsatzleiter Gerhard Heck verfügen weder der Hubschrauber noch das Kleinflugzeug über eine Blackbox, deren Daten bei der Aufklärung helfen könnten.

In der Regel blieben die Fachleute drei bis fünf Tage vor Ort, sagte der BFU-Sprecher. Zunächst müsse die Unglücksstelle kartiert werden. Alle Wrackteile werden mit ihrem Fundort verzeichnet. Erst nach sechs bis acht Wochen gebe es einen ersten Zwischenbericht, erst nach etwa einem Jahr einen Abschlussbericht.

Zusammenstöße von Flugzeugen in der Luft sind äußerst selten. Zu einem der größten Unglücke dieser Art kam es 2002 in der Nähe von Überlingen, als beim Zusammenstoß eines Fracht- und eines Passagierflugzeuges Dutzende Menschen starben. Im November 2017 kamen bei einem Zusammenstoß zwischen einem Hubschrauber und einem Kleinflugzeug in Südengland vier Menschen ums Leben. Nach Flugzeugunfällen in Deutschland werden in der Regel die Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung eingeschaltet.

ala/bbr/dpa



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