Bahn-Panne: Fernzug bei Hannover evakuiert

Strahlender Sonnenschein und keine Klimaanlage: Am Sonntag saßen Reisende stundenlang in einem ICE bei Hannover fest. Eine defekte Oberleitung hatte ihn lahmgelegt - danach fielen zudem zwei Reservezüge aus. Die Bahn spricht von einer Verkettung unglücklicher Umstände.

Hannover - Ein ICE ist am Sonntag auf offener Strecke bei Hannover evakuiert worden. Nach einem Oberleitungsschaden mussten die Fahrgäste mehr als vier Stunden in dem Schnellzug warten - ohne Klimaanlage. Erst dann konnten sie in einem Zug auf dem Parallelgleis zurück nach Hannover fahren. "Eine Diesellok, die den ICE nach Hannover schleppen sollte, hatte einen Defekt. Deshalb dauerte es so lange", sagte ein Bahn-Sprecher.

Die Klimaanlage sei wegen der defekten Oberleitung ausgefallen. Bis zu 30 Grad warm soll es in dem Zug gewesen sein, berichtet die "Rheinische Post" (RP) in ihrer Online-Ausgabe, deren Redakteur zufällig mit an Bord war. Die Türen seien geöffnet worden, zudem verteilten Bahnmitarbeiter Freigetränke.

Der Zug war auf dem Weg von Berlin nach Köln, ein Ersatzzug habe seine Fahrt um 14.55 Uhr fortgesetzt. Der planmäßige Start in Hannover war um 10.31 Uhr.

"RP Online" berichtet, dass nach der defekten Lok auch ein Reservezug nicht kommen konnte, weil es offenbar Probleme mit der Lokführerbereitschaft gegeben habe. "Das war eine Verkettung unglücklicher Umstände", sagte der Bahn-Sprecher dazu. "Vor dem Reservezug konnte noch ein anderer Zug aus dispositiven Gründen nicht kommen."

Die Passagiere sollen als Entschädigung ein Geschenk und einen Reisegutschein "in umfangreicher Höhe" erhalten. Zusätzlich können sie sich die Hälfte des Fahrpreises erstatten lassen. Die Bahn sucht noch nach der Ursache für die Oberleitungsstörung.

fln/dapd

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insgesamt 16 Beiträge
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1.
antilobby 20.05.2012
Alle, die die Verstaatlichung der Energieversorger fordern, sollen diese Nachricht als Warnung verinnerlichen wozu ein staatliches Unternehmen in der Lage ist.
2. ???
rwagels 20.05.2012
Jeder, der für eine Privatisierung der letzten staatlichen Einrichtungen ist, sollte diese Nachricht als Warnung verinnerlichen, wozu der Sparzwang der Privatisierung führt.
3. Die wievielte
prontissimo 20.05.2012
Zitat von sysopStrahlender Sonnenschein und keine Klimaanlage: Am Sonntag saßen Reisende stundenlang in einem ICE bei Hannover fest. Eine defekte Oberleitung hatte ihn lahm gelegt - danach fielen zudem zwei Reservezüge aus. Die Bahn spricht von einer Verkettung unglücklicher Umstände. Bahn evakuiert Fernzug bei Hannover - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,834087,00.html)
"Verkettung unlücklicher Umstände" war das gleich noch ???
4. optional
amnlink 20.05.2012
Seit mehreren Jahren bin ich regelmäßig in Frankreich mit der Bahn unterwegs. Ich habe dort bisher nur einmal einen Zugausfall (sintflutartige Regenfälle in der Gegend von Tours) erlebt. Die Deutsche Bahn kann mit der SNCF generell nicht konkurrieren. Preiswerte Angebote z.B. für Senioren sind in Deutschland völlig unbekannt.
5. Was ist hier noch staatlich???
CarstenHan 20.05.2012
Zitat von antilobbyAlle, die die Verstaatlichung der Energieversorger fordern, sollen diese Nachricht als Warnung verinnerlichen wozu ein staatliches Unternehmen in der Lage ist.
Die Tragödie der Deutschen Bahn AG ist doch, dass sie eben nicht staatlich ist! Sie muss auf Biegen und Brechen Kosten sparen, was ua auch zu solchen Erfolgserlebnissen führt. Sie verdrehen hier die Sachlage um 180 Grad. Bei der Deutschen Bundesbahn gab es genügend Personale und Reservefahrzeuge, da hätte es solche Ereignisse wohl nicht so schnell gegeben!
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